Allschwil
Die Mühle Allschwil darf verkauft werden

Die Mühle aus dem 17. Jahrhundert wird nicht mehr lange in Gemeindehand sein. 56 Prozent der Stimmenden sprachen sich für den Verkauf samt dem Mühlestall aus, der zukünftig als Seminarhotel genutzt werden könnte.

Martin Merk
Merken
Drucken
Teilen
Die Mühle aus dem 17.Jahrhundert wird nicht mehr lange in Allschwiler Gemeindehand sein.

Die Mühle aus dem 17.Jahrhundert wird nicht mehr lange in Allschwiler Gemeindehand sein.

Kenneth Nars

Beim Restaurant Mühle fragte man sich schon länger, wie es weitergeht. Sie gehört der Gemeinde; doch eine Sanierung mit Steuergeldern wurde abgelehnt. Das Pächterpaar Schmid kündigte letztes Jahr, konnte aber zum Weitermachen überredet werden, auch dank des Kaufinteresses eines Investors.

Heimatverbundenheit

Im Dezember gab der Einwohnerrat grünes Licht zum Verkauf. Dem stimmte nun die Bevölkerung zu mit 2862 Ja- gegen 2207 Nein-Stimmen. «Die Leute haben bestätigt, dass es nicht die Aufgabe der Gemeinde ist, ein Restaurant in gehobenem Stil zu führen», sagte der SP-Einwohnerrat Andreas Bammatter.

Dem pflichtete auch Roland Naef von der FDP bei. «Sonst müsste man auch alle anderen Beizen subventionieren», sagte er, «aber es war eine emotionale Angelegenheit.»

Nur eine Partei gab die Nein-Parole heraus. Entsprechend enttäuscht zeigte sich der Präsident der CVP Allschwil. «Immerhin haben wir als Teilerfolg, dass sie nur im Baurecht weggeht», sagte Felix Keller und sprach von der Heimatverbundenheit. «Es sind alteingesessene Allschwiler, die mithalfen, die Mühle zu erhalten. Aber nun sind wir gespannt, was geschieht.»

«Freue mich über den Entscheid»

Freude hatte Ralf Zschaber, der bei Braunschweig eine historische Gaststätte führt. Der Deutsche ist der potenzielle Käufer und seit Dezember Vorsitzender der Geschäftsführung der Allschwiler Pächtergesellschaft Allrest GmbH. «Ich freue mich über den Entscheid», sagte Zschaber, der im April mit der Gemeinde die nächsten Schritte besprechen wird. «Es liegt uns am Herzen, dass wir an optimalen Rahmenbedingungen planen können für die Pächter, das Restaurant, Bankette und Seminare. Unser Angebot steht bei der Gemeinde.»

Das Restaurant lädt die Bevölkerung am Donnerstag und Freitag von 10 bis 20 Uhr zu einem Tag der offenen Türe und Apéro ein. «Dabei lassen sich Einblicke verschaffen, was in den letzten Wochen geschehen ist bezüglich der Konzeption», erklärte Zschaber. «Wir hoffen, möglichst viele Leute begrüssen zu dürfen.»