Richtplan
Die Nutzung der Aescher Hollenmatt ist umstritten

Ein Aescher Bauer möchte sein von der Christoph Merian Stiftung gepachtetes Land wieder landwirtschaftlich nutzen. Die Gemeinde begrüsst das Vorhaben - der Kanton hält davon jedoch wenig.

Claudia Maag
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Umstrittener Kampfplatz: Die Hollenmatt bei Aesch.

Umstrittener Kampfplatz: Die Hollenmatt bei Aesch.

ZVG Paul Nussbaumer

«Wir sind unglücklich», sagt die Aescher Gemeindepräsidentin Marianne Hollinger. Der Regierungsrat und die Bau- und Planungskommission haben die Aufnahme der Hollenmatt in den kantonalen Richtplan (KRIP) abgelehnt. Dies wäre aber zwingend, um das betroffene Gebiet aufzufüllen und wieder landwirtschaftlich zu nutzen. Der Gemeinderat gibt aber noch nicht auf. Er teilte gestern mit, er werde sich nochmals an den Regierungs- und Landrat wenden, um diese Fläche in den KRIP aufzunehmen.

Hollinger: «Wir machen dies, da wir den Entscheid nicht verstehen.» Die Hollenmatt befindet sich entlang der Ettingerstrasse von Aesch nach Ettingen – auf der linken Strassenseite nach der Gärtnerei. Es geht um eine weit zurückliegende Auffüllung mit Bauschutt. Das Gebiet hat sich zwischenzeitlich abgesenkt, weshalb herausragende Drainageleitungen und Bauschutt ein weiteres Bewirtschaften verunmöglichen. Die Landbesitzerin, die Christoph-Merian-Stiftung (CMS), stellte einen Antrag an die Gemeinde, das Verfahren für eine Auffüllung durchzuführen. Darauf setzte sich die Gemeinde beim Kanton für ein unkompliziertes Verfahren mit direktem Beschluss durch die Gemeindeversammlung ein. Der Kanton bestand auf einen vorangehenden Eintrag in den KRIP.

In einer Stellungnahme vom April 2015 schrieb der Gemeinderat: «Abgeschreckt durch das bürokratische Verfahren des Kantons hat die CMS den Antrag zurückgezogen.» Allerdings sei zu diesem Zeitpunkt der Antrag an den Kanton bereits gestellt gewesen. Das «Bürokratische» als Rückzugsgrund bestätigt Toni Schürmann, zuständig für Kommunikation bei der CMS. Dass die KRIP-Aufnahme abgelehnt wurde, erfährt Schürmann durch die bz. Er glaube nicht, dass eine Weiterverfolgung durch den Gemeinderat eine Chance habe. Etwas kurz angebunden sagt er: «Wir haben das abgehakt.»

Der Gemeinderat will den betroffenen Landwirt weiterhin unterstützen, damit er die Fläche landwirtschaftlich nutzen kann. Gemeint ist Paul Nussbaumer (56). Mit seiner Familie betreibt er den Schürhof in Aesch. Er ist Pächter der CMS, und der ursprüngliche Impuls kam von ihm. Er meint zum Entscheid: «Wir müssen langfristig eine andere Lösung suchen. Momentan könnten wir das Land als Buntbrache umnutzen.» Damit meint er eine biodiversitätsförderliche Fläche, durch die sich der Boden wieder erholen kann.

«6 bis 8 Jahre kann man das mal machen – dann müssen wir aber eine andere Lösung haben.» Durch die Buntbrache müssten sie den Boden nicht kehren. Dies sei nicht möglich, da «eine Wasserleitung ganz obendrauf liegt». «Da wurden Fehler gemacht.» Es habe früher viele Hohlräume im Boden gegeben, und als dieser sank, sei die Drainage gestiegen. Im Hinblick auf das weitere Vorgehen der Gemeinde gibt sich Nussbaumer optimistisch: «Ich gebe die Hoffnung nicht auf.» Dies unter anderem deshalb, da seine Kinder Cédric (25) und Stefanie (23) in einer Landwirtschaftsausbildung sind und den Hof weiterführen wollen.

Die Begründung der Regierung, das Standortvolumen der Hollenmatt sei zu klein, um in den KRIP aufgenommen zu werden, lässt Gemeindepräsidentin Hollinger nur teilweise gelten. «Wenn man von einem Millionenvolumen spricht, ist jenes von 120'000 Kubikmeter klein. Aber: Es ist ein Volumen, und immerhin braucht es rund drei Jahre, bis das gefüllt ist.» Das Material liege ihrer Meinung nach vor der Haustüre. Im Leimental wird fleissig gebaut. «Der jetzige Aushub wird mit Lastwagen weit weggeschafft. Wir könnten den sauberen Aushub nutzen, um die Hollenmatt aufzufüllen. Wir würden dadurch Zehntausende Fahrkilometer vermeiden.»

Ob das Anliegen noch eine Chance hat, wird sich an der kommenden Landratssitzung am 14. April zeigen. Noch hofft auch Hollinger: «Es verliert niemand, wenn die Hollenmatt in den KRIP kommt. Ich sehe keinen Grund, der dagegen spricht.»