Beide Basel
Die Opferhilfe bekommt mehr Geld und hat mehr zu tun

Die Opferhilfe beider Basel erhält von den beiden Kantonen etwas mehr Geld. Für die nächsten vier Jahre bewilligten die beiden Kantone Mittel in der Höhe von 1,35 Millionen Franken. Die Opferhilfe hat auch mehr zu tun.

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Kerzen und Blumen erinnern an ein Verkehrsopfer

Kerzen und Blumen erinnern an ein Verkehrsopfer

Keystone

Die Opferhilfe beider Basel erhält von den beiden Kantonen etwas mehr Geld: Der neue Subventionsvertrag bringt von 2011 bis 2014 Unterstützungen von insgesamt rund 1,35 (bisher: 1,30) Millionen Franken im Jahr.

Der neue Subventionsvertrag gilt rückwirkend per Anfang 2011, wie die Opferhilfe am Montag mitteilte. Die bikantonale Institution, die einen Auftrag des einschlägigen Bundesgesetzes erfüllt, ist seit 2007 in einem gemeinsamen Verein organisiert. 2010 registrierte sie insgesamt 2843 laufende und neue Fälle.

Mehr junge Opfer

Gemäss Opferhilfe-Jahresbericht entfiel mit 1280 (2009: 2809) Fällen der grösste Anteil auf die Frauenberatung gegen Gewalt. Eigentliche Opfer-Beratungen waren 882 Fälle. 505 Fälle entfielen auf Beratungen gewaltbetroffener Kinder und Jugendlicher und 147 Fälle waren spezifische Beratungen für Männer und Jugendliche.

Stark zugenommen haben die Beratungen für Kinder und Jugendliche; deren Zahl legte gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent zu. Derweil war die auf Männer ausgerichtete Beratung mit einem Minus von 28 Prozent weniger gefragt. Die Palette der Straftaten, die Opfer erlitten hatten, reicht bis zu Vergewaltigung und Tötungsdelikten.

Die beiden Basel teilen sich die Subventionen für die eigentliche Opferhilfe (1,13 Mio.), für die Hilfe bei häuslicher Gewalt (90'000 Fr.) und für solche bei polizeilicher Wegweisung (80'000 Fr.) je hälftig. Baselland bezahlt zudem 50'000 Fr. für den Ausbau der Opferhilfe-Beratungstätigkeit im oberen Baselbiet.

Staatsbeiträge werden hälftig geteilt

Neben diesen Staatsbeiträgen muss der Verein Spenden und weitere Gelder auftreiben, um seinen Gesamtaufwand von 1,4 Mio. Fr. zu decken. Nach einem kleinen Defizit 2009 hat er das vergangene Jahr mit schwarzen Zahlen abgeschlossen.

Nach Wohnort neu beratener Personen betrachtet, liegen die beiden Basel mit je gut 45 Prozent etwa gleichauf. Aus anderen Kantonen kommen fast 6 Prozent der Kundschaft; knapp 3 Prozent sind aus dem Ausland oder unbekannter Herkunft. Bei den an Opfer geleisteten finanziellen Unterstützungen liegt der Stadtkanton knapp vorne.