Regierungswahlen
Die Parteien müssen nun nach den richtigen Strategien Ausschau halten

Sollte Eric Nussbaumer im zweiten Wahlgang gegen Thomas Weber verlieren, wird die SP für die Nachfolge von CVP-Regierungsrat Peter Zwick wohl eine Frau nominieren. Die SVP dagegen wird dort zugunsten der CVP auf eine eigene Kandidatur verzichten.

Leif Simonsen
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Nicht nur die Kandidaten Eric Nussbaumer (SP), Gerhard Schafroth (GLP) und Thomas Weber (SVP, v.l.), auch die Parteiexponenten richten den Blick nach vorne: Sie beginnen, die Karten im Hinblick auf die Zwick-Nachfolge neu zu mischen.

Nicht nur die Kandidaten Eric Nussbaumer (SP), Gerhard Schafroth (GLP) und Thomas Weber (SVP, v.l.), auch die Parteiexponenten richten den Blick nach vorne: Sie beginnen, die Karten im Hinblick auf die Zwick-Nachfolge neu zu mischen.

Kenneth Nars

Dem Baselbieter Stimmbürger wird einiges abverlangt im ersten Halbjahr 2013: Mindestens drei Mal wird er bis zur Ersatzwahl des kürzlich verstorbenen Regierungsrats Peter Zwick bis im Sommer an die Urne gebeten. Bisher hüteten sich die Parteistrategen aus Pietätsgründen, ihre Ambitionen im Hinblick auf die Zwick-Nachfolge kundzutun.

Nach dem Wahlsonntag kehrt nun aber allmählich wieder der politische Alltag ein. Vor allem SP und SVP beginnen sich zu überlegen, was nach der Ersatzwahl für den abtretenden Regierungsrat Adrian Ballmer im April zu tun ist. Die Ausgangslage zwingt, in Varianten zu denken – auch wenn dies die Parteien nicht wahrhaben wollen. SVP-Präsident Oskar Kämpfer etwa hält fest an seiner Meinung, «dass wir den zweiten Wahlgang definitiv gewinnen». Auch, weil der – wahrscheinliche – Rückzug des grünliberalen Kandidaten Gerhard Schafroth zur Folge habe, dass diese «liberalen Wähler» dann seine Partei wählen würden. Der Vorstand der Grünliberalen wird heute Abend entscheiden, ob Schafroth nochmals antreten soll.

In Tat und Wahrheit macht sich aber auch die SVP Gedanken über eine Niederlage. Und nochmals anzutreten ist für Kämpfer kein Thema: «Die Parteispitze setzt sich bei der Nachfolge von Peter Zwick voll für den CVP-Kandidaten ein.» Damit revanchiert sich die SVP früher als erhofft bei der CVP. Die Christdemokraten und Parteipräsidentin Sabrina Mohn hatten durch die Empfehlung Webers die Rechnung gemacht, dass sie bei der Gesamterneuerungswahl 2015 von der SVP unterstützt werden.

Das Motiv des SVP-Präsidenten ist eine starke bürgerliche Zusammenarbeit: «Die Büza ist derzeit stärker als je zuvor.» Kämpfer weiss, dass die SVP bei Majorzwahlen auf Unterstützung der anderen Bürgerlichen angewiesen ist. Parteisprecher Hanspeter Weibel untermauert die Strategie: «Wir denken auch schon an das Jahr 2015. Würden wir für die Nachfolge von Peter Zwick mit einem eigenen Kandidaten gegen die CVP antreten, würde uns das kaum Sympathien einbringen.» Die SP aber hat ihren Bündnispartner auf sicher: Die Grünen haben schon am Wahlsonntag angekündigt, dass sie Nussbaumer in den nächsten Wochen stärker unterstützen werden. Fraktionschef Klaus Kirchmayr verspricht, in allen Ortssektionen der Grünen Standaktionen anzustreben.

Sollte Rot-Grün scheitern, wird sich die SP aber nicht entmutigen lassen. Fraktionspräsidentin Kathrin Schweizer findet zumindest, «dass die Situation neu beurteilt werden müsste». Unwahrscheinlich ist indes, dass die SP nochmals mit Nussbaumer antreten wird, der sich dann wieder auf sein Nationalratsmandat konzentrieren dürfte. SP-Landrätin Pia Fankhauser bringt die Geschlechterfrage aufs Tapet: «Wenn Sie sagen, als Nächstes tritt die SP mit einer Frau an, dann lehnen Sie sich nicht zu weit aus dem Fenster.» Ob sie sich selber als Herausforderin des designierten CVP-Kandidaten Toni Lauber sieht, will sie nicht sagen. «Bisher war es uns aus Ressourcen- und Pietätsgründen nicht möglich, uns über die Nachfolge Peter Zwicks Gedanken zu machen.»

Ein Name, der im Zusammenhang mit Regierungsambitionen immer häufiger kursiert, ist derjenige der Landrätin Mirjam Würth. «Das Regierungsratsamt interessiert mich schon länger», bestätigt sie. Ob sie bei einer Niederlage Nussbaumers antreten wolle, dazu wolle sie zum jetzigen Zeitpunkt aber nichts sagen.