Liestal
Die Post steht dem Bahnhof-Ensemble noch im Weg

Der Umgestaltung des Liestaler Bahnhofareals und der Anbindung ans Stedtli steht noch ein grosses Gebäude im Weg: Die Stadt will die Postfiliale zugunsten einer direkten Anbindung ans Stedtli entfernen – die Post selbst unterstützt das Vorhaben.

Boris Burkhardt
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Während sich das Palazzo (rechts) nach einer Sanierung gut in das Ensemble des neuen Bahnhofvorplatzes einfügen würde, blockiert das Postgebäude viel Potenzial.

Während sich das Palazzo (rechts) nach einer Sanierung gut in das Ensemble des neuen Bahnhofvorplatzes einfügen würde, blockiert das Postgebäude viel Potenzial.

Juri Junkov

Die Postfiliale belegt in den Augen der Stadt Liestal nicht nur ein städtebaulich sehr interessantes Areal, sondern auch die direkte Verbindung zum Einzelhandel in der Altstadt. Wie die «Basler Zeitung» berichtete, hat Stadtpräsident Lukas Ott deshalb bereits Gespräche mit der Post aufgenommen, die dem Wunsch der Stadt positiv gegenübersteht.

«Es war uns immer klar, dass das Areal Potenzial hat», bestätigt Post-Sprecher Bernhard Bürki gegenüber der bz: «Deshalb sind wir absolut auf einer Linie mit der Stadt.» Die Post ist Eigentümerin des Gebäudes und des Grundstücks; neben den Schaltern für die Kunden befindet sich am Standort noch eine Distributionsbasis, in der die Post vor der Auslieferung sortiert wird. Büros ohne direkten Kundenkontakt gibt es laut Bürki keine in Liestal.

Für Ott ist ganz klar, dass die Schalter als Kundenkontakt «unbedingt aufs Bahnhofareal gehören». Die 250'000 Kunden pro Jahr seien für die Belebung des geplanten neuen Bahnhofvorplatzes «Frequenzen, die man unbedingt beibehalten muss». So habe man sich mit der Post geeinigt, zügig im neuen Jahr ein Planungsverfahren zu starten, um auszuloten, wie das Gelände aufgewertet werden könnte. «Die jetzige Nutzung entspricht nicht den Möglichkeiten: Wir könnten mehr aus dem Areal machen», gibt sich Ott überzeugt. Dabei spielt vor allem die direkte Anbindung des Bahnhofs an die Innenstadt eine Rolle. Die Durchlässigkeit für die Fussgänger und potenziellen Kunden im Stedtli sei nicht «optimal»: «Die Anbindung ist auf dem Stand der Mitte des 19. Jahrhunderts.»

Wie die bz bereits früher berichtete, war es damals der Wunsch der Liestaler Gewerbetreibenden, den Bahnhof möglichst vom Stedtli abzuschotten. Ob die Anbindung tatsächlich in Form einer Brücke vom Postareal zum sogenannten «Elephantentörli» erfolgen soll, wie es im Rahmen der «Liestal-Woche» in der bz von verschiedenen Politikern gefordert wurde, ist laut Ott noch völlig offen: «Wir wollen alle Optionen prüfen und nichts vorwegnehmen.»

«Palazzo soll bleiben»

Damit wächst das Gesamtbild des neuen Bahnhofvorplatzes, wie ihn sich die Stadt wünscht: «Für Liestal war es ein höchst erfreuliches Jahr: Zu Beginn konnten wir die SBB ins Boot holen und zum Schluss jetzt auch die Post. Damit sind alle wichtigen Partner für dieses Schlüsselareal an Bord.» Für den Gesamteindruck des Platzes müssten auch «unbedingt» das Palazzo und das Gerichtsgebäude erhalten bleiben, findet Ott.

Die beiden Gebäude bildeten ein Ensemble: «Bei den geplanten starken Veränderungen helfen sie, das Gefühl für gewachsene Strukturen beizubehalten.» Gleichzeitig wünsche sich die Stadt aber auch eine Sanierung des Palazzo im Rahmen der Gesamterneuerung: «Das Palazzo verkörpert eine wichtige Qualität, sowohl als Gebäude wie als kulturelle Institution. Aber es braucht die nötige Durchlässigkeit, um sich neben dem neuen Bahnhofsgebäude in das Gesamtensemble integrieren zu können.»