Berufsschau 2017
Die Qual der Wahl auf dem Jahrmarkt der Traumberufe

Morgen beginnt in Liestal die grosse Baselbieter Berufsauswahlmesse. Die Baselbieter Berufsverbände und Arbeitgeber scheuen kaum einen Aufwand, um ihre Lehrberufe im besten Licht darzustellen.

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So präsentiert sich die Baselbieter Polizei als möglicher Arbeitgeber.

So präsentiert sich die Baselbieter Polizei als möglicher Arbeitgeber.

ZVG/Polizei BL

Für zahlreiche Jugendliche könnte sich in den kommenden Tagen die berufliche Zukunft entscheiden. Morgen Mittwoch startet auf dem Liestaler Frenkenbündten-Areal die Berufsschau 2017, die laut eigenen Angaben grösste Berufsauswahlmesse der Schweiz. «140 Aussteller werden 220 Berufe präsentieren, die im Rahmen der dualen Bildung erlernt werden können», schreibt die organisierende Baselbieter Wirtschaftskammer in einer Vorschau zur diesjährigen elften Auflage der Grossveranstaltung. Damit werde Liestal für mehrere Tage zur «Schweizer Hauptstadt der Berufsbildung».

Zu den Ausstellern, die sich um den beruflichen Nachwuchs bemühen, gehören aber nicht nur klassische Industrien, Dienstleister und Gewerbe, sondern auch staatliche Arbeitgeber wie die Baselbieter Polizei. Während der fünf Tage dauernden Messe werden «erfahrene Polizistinnen und Polizisten den Besucherinnen und Besuchern Red und Antwort» stehen, um sie über «das grosse Spektrum der äusserst vielseitigen Polizeiarbeit» zu informieren, wie die Polizei in einer Medienmitteilung von gestern Montag schreibt.

8000 Quadratmeter Fläche

Die Baselbieter Berufsschau ist morgen Mittwoch und am Donnerstag zwischen 9 und 18 Uhr geöffnet, am Freitag von 9 bis 19 Uhr sowie am Samstag und Sonntag jeweils zwischen 10 und 17 Uhr. An der morgigen Eröffnungsfeier im Liestaler Kirchgemeindehaus Martinshof werden ab 9.30 Uhr unter anderen Liestals Stadtpräsident Lukas Ott, die Baselbieter Bildungsdirektorin Monica Gschwind, Wirtschaftskammer-Direktor Christoph Buser sowie Ursula Renold, die Präsidentin des Fachhochschulrats FHNW, Ansprachen halten. Der offizielle Eröffnungsakt auf dem Ausstellungsgelände wird vom Präsidenten der Wirtschaftskammer, Andreas Schneider, vorgenommen.

Die Baselbieter Berufsverbände und Arbeitgeber scheuen kaum einen Aufwand, um ihre Lehrberufe im besten Licht darzustellen. Auf dem rund 8000 Quadratmeter grossen Areal in der Sporthalle Frenkenbündten und darum herum wurde eine eigentliche Messestadt aufgebaut. Die Wirtschaftskammer rechnet bis zum Ausstellungsende am 29. Oktober mit 55 000 überwiegend jüngeren Besucherinnen und Besuchern, die sich «ein Bild über die Ausbildungsmöglichkeiten im Rahmen der dualen Bildung» machen möchten. Gemäss Stand von Ende letzter Woche hätten sich bereits mehr als 600 Klassenverbände angemeldet.

Kanton zahlt 900'000 Franken

Die Baselbieter Berufsschau geht auf eine Initiative des früheren Gewerbeverbands Baselland, der heutigen Wirtschaftskammer, zurück. 1966 wurde sie erstmals und seit 1999 im Zweijahres-Rhythmus durchgeführt. Seit ihrer zweiten Ausgabe wird die Berufsschau vom Landkanton finanziell unterstützt. Heuer sind es 900'000 Franken, die der Baselbieter Regierungsrat aus Mitteln des Wirtschaftsförderungsfonds gesprochen hat. Der Bruttoaufwand für die Schau beträgt 4,3 Millionen Franken. «Die Berufsschau hat sich als bedeutender und wichtiger Anlass über die Kantonsgrenzen hinaus etabliert», schreibt die Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion in einer entsprechenden Mitteilung. «Jugendliche und potenzielle Lehrlingsausbildende erhalten im Rahmen dieses Events die Möglichkeit zu einer ersten gegenseitigen Kontaktaufnahme in einem persönlichen und geeigneten Umfeld.»

Künftig soll «aufgrund des wiederkehrenden Charakters» der Berufsschau die finanzielle Beteiligung durch Mittel aus dem ordentlichen Kantonsbudget anstelle des Wirtschaftsförderungsfonds erfolgen. Dies vermeldete der Regierungsrat im vergangenen Januar. Die kantonale Mitträgerschaft basiert auf einer Leistungsvereinbarung mit der Wirtschaftskammer, die durch die Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion kontrolliert wird. (bos)