Therwil Flyers
Die Rückkehrer wollen den Titel holen

Am Wochenende starten die Therwil Flyers gegen die Zürich Challengers in die neue Nationalliga-A-Saison. Wieder mit dabei sind die beiden Venezolaner David Castillo und Javier Rodriguez

Fabio Baranzini
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«Hier wird gut gearbeitet»: David Castillo (r.) und Javier Rodriguez gefällts bei den Fliegern.

«Hier wird gut gearbeitet»: David Castillo (r.) und Javier Rodriguez gefällts bei den Fliegern.

Fabio Baranzini

Die lateinamerikanischen Einflüsse sind zurück im Team der Therwil Flyers. Damit ist neben der amerikanischen und der japanischen Baseballkultur auch die dritte führende Kraft in der Welt des Baseballs im Gefüge des amtierenden Vize-Schweizer-Meisters vertreten. Dies dank den beiden Venezolanern David Castillo (32) und Javier Rodriguez (28), die in ihrer Heimat – wo Baseball der Nationalsport ist und einen enorm hohen Stellenwert geniesst – das Baseball-ABC erlernt haben.

«Sie bringen nicht nur spielerische Qualitäten mit, sondern sorgen mit ihrer lockeren Art und ihrem Temperament auch für eine gute Stimmung im Training», sagt Teamkollege und Vorstandsmitglied Stefan Koller.

Vom Zuschauer zum Teammitglied

Castillo und Rodriguez sind keine Unbekannten auf der Känelmatt in Therwil: Das Duo hat bereits in den Saisons 2013 und 2014 gemeinsam für die Flieger gespielt. Im letzten Jahr war das Ausländerkontingent der Flyers nach der Verpflichtung der beiden Amerikaner Jack Shannon und Lucas Hagberg allerdings bereits ausgeschöpft. Castillo, der damals bereits drei Jahre in der Schweiz gespielt und damit als Baseball-Schweizer gegolten hatte, hätte bei den Flyers bleiben können. Rodriguez aber war überzählig und wechselte daher nach Bern zum Ligakonkurrenten Bern Cardinals. Aus Solidarität folgte Castillo seinem Teamkollegen in die Bundesstadt.

Die beiden Venezolaner verstehen sich gut und verbringen auch neben dem Spielfeld Zeit miteinander. In die Trainings und an die Matches fahren sie meist gemeinsam. An das erste Treffen können sich die beiden noch gut erinnern. Das war vor rund drei Jahren auf der Känelmatt. «Wir waren mitten im Training, als ich am Rand des Spielfeldes jemanden zuschauen sah. Ich erkannte sofort, dass er aus Venezuela kam, und sprach ihn an. Kurz darauf spielte auch er bei uns im Team», erzählt David Castillo in einer Mischung aus Schweizerdeutsch und Hochdeutsch mit einem leichten spanischen Akzent.

Gute Arbeit

Der 32-Jährige lebt seit beinahe sechs Jahren in der Schweiz. Die Liebe hat ihn aus Südamerika hierher geführt. Castillo wohnt in Binningen und arbeitet in Allschwil als Pöstler. Dass er in der Schweiz Baseball spielen kann, hat ihm vor allem am Anfang geholfen. «Ich habe mich gefreut, dass ich hier spielen konnte. Das Niveau ist zwar nicht gleich hoch wie in Venezuela, und der Sport hat nicht dieselbe Tradition, aber auch hier wird gut gearbeitet, und es macht mir Spass zu spielen», sagt Castillo, der während des Gesprächs die grosse Mehrheit der Fragen beantwortet und seinem Kollegen Javier Rodriguez immer wieder beim Beantworten der Fragen hilft. «Ich bin daran, Deutsch zu lernen, aber es fällt mir noch sehr schwer», sagt Rodriguez, der in Venezuela eine Ausbildung als Informatiker abgeschlossen hat und seit mittlerweile drei Jahren mit seiner Mutter und seiner Schwester in Basel lebt.

Nach einer Saison in Bern sind David Castillo und Javier Rodriguez – mittlerweile beide Baseball-Schweizer – also wieder zurück bei den Flyers. Sie sind froh über ihre Rückkehr. «Hier sind unsere Kollegen und unser Team. Zudem war der Weg nach Bern sehr weit», sagt Rodriguez. Seit Mitte Dezember trainieren die beiden wieder mit den Therwil Flyers. Und sie haben sich hohe Ziele gesteckt für die neue Saison, die am Samstag beginnt: Der Titel soll her. «Ich denke, wir haben in diesem Jahr gute Chancen, denn unser Team ist sehr stark», so Castillo.

Vielleicht helfen die lateinamerikanischen Einflüsse von David Castillo und Javier Rodriguez den Therwil Flyers, sich für die Finalniederlage vom Vorjahr gegen die Zürich Barracudas zu revanchieren und den Titel wieder ins Leimental zu holen.