Premiere für Baselland
Die Schwinger kommen: Pratteln erhält den Zuschlag fürs «Eidgenössische»

Jetzt ist es definitiv: Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (ESAF) findet 2022 im Baselbiet statt. Die Abgeordneten des Eidgenössischen Schwingerverbands gaben am Sonntagvormittag Pratteln den Zuschlag. Der Entscheid fiel einstimmig.

Benjamin Wieland
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bz Schwingfest
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Das Festareal Leimen-Hülften, am südöstlichen Siedlungsrand Prattelns, ist rund 30 Hektar gross.
Bei der Abgeordnetenversammlung des Eigenössischen Schwingerverbands vom Sonntag, 4. März in Hochdorf, rührte Regierungsrat Thomas Weber die Werbetrommel für die Baselbieter Bewerbung.
Insgesamt war eine rund 50-köpfige Delegation aus dem Landkanton in Hochdorf anwesend.
«Wir werden alles dafür tun, ein tolles und würdiges Schwingfest in der Agglomeration von Basel durchzuführen»: Urs Lanz, Präsident des Basellandschaftlichen Kantonal-Schwingerverbands.
Regierungsrat Thomas Weber ist auch designierter Präsident des OK Pratteln 2022.
Alle Abgeordneten gingen mit einem Bhaltis nach Hause.
Der ursprünglich vorgesehene Festort: Wiese zwischen Aesch und Reinach.
Thomas Weber freut sich sichtlich über den Zuschlag.
In Hochdorf war auch die Fahne des Schwingerverbands Basel-Stadt zu sehen (links): Die Städter werden ihre Kollegen aus dem Baselbiet bei der Durchführung des Fests unterstützen.
Der gesamte Begleittross der Baselbieter Schwinger, darunter viele Junioren.

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Damit kommt das «Eidgenössische» erstmals überhaupt ins Baselbiet. 1977 fand das ESAF zum bisher letzten Mal in der Region Basel statt, damals war der baselstädtische Schwingerverband für die Durchführung zuständig.

Die Kandidatur Prattelns war unbestritten. Sämtliche rund 220 Abgeordneten des Eidgenössischen Schwingerverbands (ESV) stimmten für die Kandidatur aus dem Kanton Baselland. Gegenstimmen und Enthaltungen gab es keine bei der Versammlung im Kongresszentrum Braui in Hochdorf.

Pratteln war die einzige Bewerbung, wie das bei Vergaben von «Eidgenössischen» üblich ist. Der Anlass wird nach einem bestimmten Schlüssel verteilt. 2022 hätten die beiden Basler Kantonalverbände Anrecht auf die Durchführung des ESAF. Der Schwingerverband Basel-Stadt signalisierte früh, dass er den Baselbietern den Vorrang lässt, falls sie eine Bewerbung ins Auge fassen. Die Basler Schwinger werden jedoch bei der Organisation mithelfen. So war in Hochdorf auch der Präsident des städtischen Schwingerverbands anwesend. In Basel fand das ESAF bereits drei Mal statt.

«Eues Baselbiet. Euses ESAF 2022»

Eine grosse Delegation aus dem Baselbiet präsentierte die Bewerbung «Baselbiet‘22» den Abgeordneten. Regierungsrat Thomas Weber stellte den geplanten Festplatz in der Ebene zwischen Pratteln und Füllinsdorf, näher vor. Ebenso wurde ein längeres Video vorgeführt, unter dem Titel «Eues Baselbiet. Euses ESAF 2022».

Das Stadion soll 47'000 Sitzplätze bieten. Es ist also so gross wie die mobile Arena beim ESAF 2010 in Frauenfeld. Bei den ESAF-Ausgaben 2013 (Burgdorf) und 2016 (Estavayer-le-Lac) kamen grössere Stadien zum Einsatz. Wegen der begrenzten Platzverhältnisse in Pratteln wurde die Kapazität etwas redimensioniert.

Der ursprünglich ins Auge gefasste Festort war die Ebene zwischen Aesch und Reinach. Nach dem Widerstand der Landbewirtschafter und diverser Umweltschutz-Organisationen wurde diese Variante jedoch fallen gelassen. Im Februar des vergangenen Jahres gaben die Verantwortlichen von den Schwingverbänden und des Kantons Baselland die Variante Pratteln bekannt.

OK der Landwirte liegt vor

Völlig neu war das Dossier für Pratteln den Verantwortlichen des ESV nicht. Bereits im November 2017 besichtigen Mitglieder des Zentralvorstands das vorgesehene Festgelände Leimen-Hülften, am südöstlichen Siedlungsrand Prattelns. Eine Expertengruppe des ESV hatte zudem eine Vorprüfung des Bewerbungsdossiers vorgenommen und erste Verbesserungsvorschläge eingebracht.

Das Festgelände soll rund 30 Hektar gross werden. Es bietet Platz für das eigentliche Festzentrum, die mobile Arena, das Steinsossen, die Verpflegungs- und Unterhaltungszelte sowie für das Public Viewing.

Das Areal wird heute landwirtschaftlich genutzt. Die fünf betroffenen Landwirte haben alle ihr Einverständnis erteilt, dass sie ihr Flächen zur Verfügung stellen.