Leserwandern
Die sechsstündige Königsetappe verlangt den Teilnehmern alles ab

Die 13. Etappe hat von den rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern alles abverlangt. Die Beziehung von Nationalratspräsidentin Maya Graf zum Schweizer Militär wurde auf den 13,3 Kilometern, die zu bewältigen waren, auf eine harte Probe gestellt.

Bojan Stula
Drucken
Teilen
Ausblick aufs Baselbiet und die Ferne
20 Bilder
Die Wanderung führt zum Schloss Waldenburg
Maya Graf kennt sich aus im Baselbiet
Ohne Schoggi geht es nicht
Schloss Waldenburg
Pause muss sein nach dem ersten strengen Aufstieg zum Schloss Waldenburg
Militärische Hinweise säumen den Weg
Bunker aus der Zeit des Ersten Weltkriegs begleiten die Wanderer auf der ganzen Route
Maya Graf (zweite von rechts) posiert gerne mit den Mitwandererinnen und Mitwanderern
Maya Graf (links) mit dem stellvertretenden Chefredaktor der bz Bojan Stula
Die Königsetappe des Leserwanderns
Mittagsrast beim Wildblick
Immer wieder wunderschöne Ausblicke aufs Baselbiet und die Ferne
Eine Rekrutenschule aus Liestal hat sich verirrt
Der Konvoi steht still
Nationalrätspräsidentin Maya Graf in Teufelsküche
Aussicht in die Kantone Solothurn und Aargau
Ausblick in die Ferne

Ausblick aufs Baselbiet und die Ferne

Janine Müller

«Bei Euch ist ja jede Etappe eine Königsetappe», belächelt Kurt, der Wander-Stammgast aus Baden, die vollmundige Ankündigung vor der 13. Etappe. Er wird sich noch wundern.

13,3 Kilometer Distanz, 704 Höhenmeter und eine prognostizierte Wanderzeit von 4 Stunden und 15 Minuten sind angesagt, um die Strecke von Waldenburg über die Belchenflue nach Hauenstein zu bewältigen.

Am Ende werden es rund 6 Stunden und ein paar Zusatzkilometer mehr sein. Auf zwischen 25 und 30 Leistungskilometer schätzt Wanderleiter Kurt Grieder schliesslich die erbrachte Leistung der ursprünglich 48 in Waldenburg gestarteten Wanderfreunde. Wenn das nicht die Kennzahlen einer Königsetappe sind!

Von den 48 sind übrigens nur 16 am Zielort Hauenstein angekommen, aber mit Verlusten muss immer gerechnet werden. Erst recht auf einer solchen Wanderroute, die sich entlang der einstigen Befestigungen am Belchen und der dort im Ersten Weltkrieg erbauten Militärstrasse zieht.

«Marschier oder stirb», heisst es in solchen Fällen bei der Fremdenlegion, obschon wir der «Nordwestschweiz»-Leserschaft versichern können, dass spätestens am Abend alle lebend zu Hause angekommen sind. Bloss auf getrennten Wegen. Doch daran ist Ueli Maurer und seine beste Armee der Welt schuld.

Stecken gebliebene Motorfahrzeugkolonne

Als Wanderleiter Kurt Grieder am Oberbölchen einer stecken gebliebenen Motorfahrzeugkolonne der Infanterie-Sommerrekrutenschule 13 aus Liestal begegnet, erbarmt sich der ehemalige Waldenburger Gemeindepräsident, Offizier und Lehrer der kurzzeitig desorientierten Fahrschüler.

Die Diskussionen über die richtige Route ziehen sich dermassen in die Länge, dass sich Teile der Leserwandergruppe selbstständig machen.

Grieders Aufforderung, im Gegenzug die restlos in Verzug geratenen Leserwanderer in den Duro-Transportfahrzeugen bis nach Hauenstein mitzunehmen, um dort das 14-Uhr-Postauto doch noch zu erwischen, verhallen ungehört.

Der befehlshabende Obergefreite kennt seine Reglemente. Dabei stand kürzlich erst in dieser Zeitung ein Interview mit Grieder unter dem Titel «Ich überzeugte das Militär, uns zu fahren». Jo, kasch dängge! Dies bezog sich auf eine seiner Schulreisen vor vielen Jahren ins Tessin.

Zu Maurers Armee hat Grieder offensichtlich keinen so guten Draht mehr. Selbst Maya Graf, die höchste Schweizerin, kann da nichts bewirken. Nun gut, VBS-Chef Ueli Maurer gehört ja auch nicht unbedingt zu den intimsten politischen Freunden der Grünen-Politikerin.

Die sympathische Nationalratspräsidentin aus Sissach zählt übrigens zu jenen 16 Aufrechten, die den Ort Hauenstein erreichen. Natürlich topfit und bestens gelaunt, wie die Allermeisten der Gruppe.

Postauto bereits weg

Das Postauto ist zu diesem Zeitpunkt allerdings schon längst weg. Also marschieren die Leserwanderer in entgegengesetzten Richtungen je hälftig weiter nach Läufelfingen und Trimbach, um dort die nächsten Anschlüsse zu erreichen.

In Trimbach liest das Aargauer Kontingent noch ein paar Versprengte in der Beiz auf. In Hauenstein selbst bleibt die Einkehr ein frommer Wunsch: Der «Löwen» und die «Sonne» sind längst schon Konkurs, die «Linde» hat Ruhetag. So viel zur Gastronomie-Krise der Schweiz.

Ja, lieber Kurt: Der 13. Abschnitt der Leserwanderung in diesem Sommer war tatsächlich die unumstrittene, unüberbiet- und treffbare Königsetappe. Auch dank Ueli Maurers Mithilfe. Dass dieser sich nun nicht an einem Bild von Maya Graf in einem Militärtransporter erfreuen kann, wird den VBS-Chef selbst wohl am meisten ärgern.

Aktuelle Nachrichten