Sissacher Fasnacht
Die Sissacher Bänkler haben nur ein Thema – Roote Sie emoll

An der Sissacher Fasnacht setzte sich unter den Schnitzelbänklern ein Sujet besonders durch: Die Metzgete. Aber auch andere Themen wie etwa die No-Billag-Abstimmung oder Donald Trump waren mit dabei.

Willi Wenger
Merken
Drucken
Teilen
Schnitzelbänk Sissach
3 Bilder
Die Bänklischliffer wünschten sich eine Welt ohne Donald Trump
„Euses grüene Mayeli...“

Schnitzelbänk Sissach

Willi Wenger

Dass erneut über ein Dutzend Schnitzelbank-Gruppen unterwegs waren und das Publikum bestens unterhielten, zeigte die Verbundenheit dieser Protagonisten zum Kulturgut Fasnacht, speziell aber zum lokalen Brauchtum. Das Top-Thema war erwartungsgemäss die Metzgete. Gefehlt haben natürlich auch die Sissach-spezifischen Themen nicht wie etwa das anspruchsvolle und nicht immer einfache Verhältnis zur Nachbargemeinde Zunzgen.

Dr Gugger richtete hier mit einer groben Kelle an:

Um Sissech zverschönnere han ich e gueti Idee
I ha im Kim Ung Yong für sini Raketetescht
Kooridinate vo Zunzge geh
Das Loch füllemer denn mit Wasser,
was willsch no meh
Und scho lit Sissech ame schöne grosse See

Dass die No-Billag-Abstimmung auch eine gute Seite haben könnte, hielten die herausragenden Kaffi-Chrütter in Bezug der nachlassenden «Fleissigkeit» der Eidgenossen in ihren Betten fest. Sie kennen das Rezept und warben indirekt für ein Ja:

Damit sich in dä Schwizer Hose
wieder mehr duet regä
No Billag heisst das Gheimrezäpt
zum’s Rammlä stränger z’pflägä

Die dorfbekannten Töffli-Buebe, e Horde vo Barbare, warnen sie vorsichtshalber vor den Konsequenzen ihres 10-Jahre-Jubiläums:

Für ihre Gstank und Lärm
bestroft me denn diä wildi Härde
Me stellt se z’mitts ins Dorf
wo sie vom Pfarrer uspeitscht werde.

Überhaupt, der alt Pfarrer aus Rothenfluh war wegen der Metzgete omnipräsent. Die Büchel Rueche giftelten:

Vorem Schlachtä brucht ä Sou ihri Rueh
der Einzig wo stört, ich dr Pfaff vo Roteflue

Und d’ Motte hielt schlüpferig fest:

Der Pfaarer geissled sich und stöhnt,
er het ganz nassi Hose
Het denn dä kei Frau deheim,
wo em ein cha bloose.

Der Söiniggel philosophiert über ein nach der Metzgete gefundenes Souschwänzli, welches das Kantonslabor untersucht habe:

S Labor meint, s isch nid ganz klar,
s liegt ne schwer uffem Maage
Ghöörts ememe Söili oder däm
wo sich sälber hat geschlage.

Söiniggel dokumentiert aber auch, dass er seine Frau, die ganz vegan lebt, über alles liebt, speziell wenn sie in Sissach auswärts essen gehen:

Sit här bi in wie früsch verliebt
in mis vegane Schätzli
Si isst mini blöde Rüebli
und ich ha zwöi Plätzli.

Und der Tierschutzaktivistin «Madame Pfister» richten die Bänklischliffer aus:

Was d’ Schweinehaltig abelangt
chöi mir zwe nid verstoh,
worum die dummi Zwätschge
so vill Uslauf het becho.

Maya Graf fehlte selbstverständlich nicht am Abend. Der Biichtvatter weiss, dass «euses grüene Mayeli» politisch wachsen will:

Do drfür macht si taktisch initiativi Faxe.
Buureschlau will sie sich, dr Karriereufstieg bahne,
und forderet im Bundesrot e Frauequote ane.
Aber Maya, wenns emol sowiit sött cho,
tuesch bitte di Geissbock deheime lo.

Ein Flüchtling hatte grosse Angst vor Sissach, behaupteten d’Landstryycher:

In Chiasso hän d Zöllner amänä Flüchtling gseit
Är wärd morn denn ins schöne Sissech verleit
Do foht är aa zitterä und bechunnt weichi Bei
Und winslet, nei... denn gangi lieber wieder hei.

Donald Trump war schliesslich auch zu Besuch. Er wird mehrfach verteufelt, so von den Bänklischliffer:

Wie schön und heil wär eusi Wält
mir dänke öppe dra
hätte d’ Eltere vom Trump es Pariser Abkomme gha.