Baselbiet Wahlen
Die SP will wieder in die Regierung — mit Kathrin Schweizer als Kandidatin?

Die Baselbieter SP will es mit einer Einer-Kandidatur wieder in die Regierung schaffen. Alles deutet auf Kathrin Schweizer hin.

Michael Nittnaus
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Die SP-Baselland wird mit höchster Wahrscheinlichkeit die Muttenzer Land- und Gemeinderätin Kathrin Schweizer aufstellen.

Die SP-Baselland wird mit höchster Wahrscheinlichkeit die Muttenzer Land- und Gemeinderätin Kathrin Schweizer aufstellen.

Nicole Nars-Zimmer niz

Die SP Baselland, die mit der Wahl von Monica Gschwind (FDP) 2015 von den bürgerlichen Parteien in die Opposition gedrängt wurde, will wieder zurück in die Regierung. Das machten die Delegierten an der Geschäftsdelegiertenversammlung vom Samstag im Allschwiler Schulhaus Gartenhof deutlich. Bei 120 Anwesenden folgten – neben den Jungsozialisten selbst – lediglich drei andere Delegierte deren Antrag, bei den Gesamterneuerungswahlen 2019 gar nicht erst für die Regierung zu kandidieren und freiwillig in der Opposition zu verbleiben.

Der Rest folgte der Geschäftsleitung um Präsident Adil Koller und entschied, am 31. März mit einer Einer-Kandidatur anzutreten. Nicht einmal beantragt wurde die Variante, es wie 2015 mit zwei SP-Kandidaten gleichzeitig zu versuchen. Zu gross schien die Angst, dass wie damals wieder beide auf der Strecke bleiben könnten.

Wer dieser eine Kandidat sein wird, stellt sich am 20. Juni heraus. Dann findet eine ausserordentliche Delegiertenversammlung für die Nomination statt. Es bestehen allerdings kaum noch Zweifel, dass die SP die Muttenzer Land- und Gemeinderätin Kathrin Schweizer aufstellen wird. Sie ist die Einzige, die ihr Interesse bisher offiziell kommuniziert hat.

Alle anderen potenziellen Kandidaten haben sich zurückgezogen. Die Meldefrist läuft aber erst Ende Mai ab, weswegen Schweizer in Allschwil keine voreiligen Schlüsse ziehen wollte. «Vielleicht kommt ja noch jemand, den niemand auf dem Radar hatte», sagte sie im Anschluss an die Versammlung zur bz.

Büza-Knatsch hilft Schweizer

Wobei: Schweizer kann bereits jetzt auf den Segen des Parteipräsidenten zählen. «Sie wäre eine hervorragende Regierungskandidatin. Ich unterstütze ihre Kandidatur», sagt Koller auf Nachfrage. Er habe Dutzende Gespräche mit anderen möglichen Kandidaten geführt und entweder hätten diese sich zugunsten von Schweizer zurückgezogen oder ihr Interesse erst für eine spätere Wahl angemeldet. So geschehen etwa bei den Landräten Urs Kaufmann und Diego Stoll. Koller geht demnach nicht von weiteren Interessierten aus, die Schweizer die Kandidatur streitig machen könnten.

Und so lässt sich Schweizer von der bz dann doch noch eine Aussage zu ihren Chancen entlocken, sollte sie 2019 antreten dürfen: «Ich glaube viele Wähler im Baselbiet akzeptieren, dass die SP einen Anspruch auf einen Regierungssitz hat. Und zudem habe ich bei der Wiederwahl in den Muttenzer Gemeinderat 2016 mit dem besten Resultat aller Kandidierenden bewiesen, dass ich auch jenseits der linken Wählerschaft Stimmen holen kann.»

Dass sich SVP, FDP und CVP noch immer nicht auf eine gemeinsame Strategie einigen konnten und ein Scheitern der Büza wahrscheinlicher denn je ist, ist Schweizer freilich nicht entgangen. «Das beobachte ich natürlich genau», sagte sie – und konnte sich ein schelmisches Lächeln nicht verkneifen.

Dass mit Schweizer eine Frau für die SP in die Baselbieter Regierung einziehen könnte, sorgte am Samstag für zusätzliche Unterstützung. Die im Herbst abtretende Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer warnte vor vier weiteren Jahren in der Opposition: «Jetzt haben wir die Chance, mit einer Frau anzutreten. Es wäre die erste SP-Regierungsrätin überhaupt. Diesen Trumpf will ich jetzt einlösen.»

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