Therwil
Die SVP fühlt sich von den anderen Parteien diskriminiert

Die SVP verzichtete von vornherein auf einen Sitz im Therwiler Gemeinderat und stellt gar nicht erst einen Kandidaten auf. Sie begründete dies damit, dass «die bisher vertretenen Parteien keinen Sitz abgeben wollen».

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Martin Töngi

Therwil ist eine ruhige Gemeinde, eine Änderung der politischen Verhältnisse ist nicht erwünscht. Zumindest könnte man diesen Eindruck kriegen, wenn man die Konstellation für die anstehenden Gemeinderatswahlen ansieht. Es tritt nämlich nur eines von sieben Mitgliedern zurück, Ursula Jäggi von der SP. Die beiden anderen bisher im Gemeinderat vertretenen Parteien – die FDP und die CVP – machen der SP den Sitz nicht streitig. Als Ersatz für Jäggi schicken die Sozialdemokraten Virginie Villinger ins Rennen.

Die Waffenruhe zwischen den Parteien könnte nur Liliane Gitz trüben. Sie kandidiert für die Grünliberalen, sitzt in zahlreichen Kommissionen und ist daher nicht unbekannt. Dass die Grünliberalen die Phalanx der Bisherigen durchdringen, wäre aber eine Überraschung. Ohne die Kandidatur der Grünliberalen wäre es in Therwil zu stillen Wahlen gekommen. Die Stimmbürger hätten also gar nicht erst wählen müssen. Das sehen in Therwil die Reglemente vor und erlaubt der Kanton, wenn es gleich viele Kandidaten wie zu besetzende Sitze gibt.

Herrscht in Therwil also der absolute politische Frieden? Nicht ganz. Denn im «Birsigtaler Bote» kam es zu einer kleinen Polemik. Der Grund: Die SVP, bisher nicht im Gemeinderat vertreten, verzichtete von vornherein auf einen Sitz im Gemeinderat und stellt gar nicht erst einen Kandidaten auf. Sie begründete dies damit, dass «die bisher vertretenen Parteien keinen Sitz abgeben wollen».

Das rief den ehemaligen CVP-Gemeinderat Gregor Gschwind hervor, der hämisch meinte: «Der SVP ist wohl entgangen, dass die Bevölkerung von Therwil den Gemeinderat wählt und nicht die Parteien.» SVP-Präsident Hans-Jürgen Ringgenberg antwortete postwendend. Die anderen Bürgerlichen hätten in den vergangenen Jahren «fast alles unternommen, um die SVP im Gemeinderat zu verhindern». Angesichts dieser Umstände habe die SVP bei Majorzwahlen keine Chance. Sein Fazit: «Es bringt deshalb nichts, diese Spiel weiterzuspielen.»

Eins ist sicher: Die SVP ist in Therwil nicht unbeliebt, ganz im Gegenteil. Bei den Landratswahlen vor einem Jahr war sie klar die stärkste Partei, ebenso bei den Nationalratswahlen im vergangenen Oktober. (mec)

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