Schwarzbubenland
Die SVP und die Kleinen

Die Gemeinderatswahlen im Schwarzbubenland haben es bestätigt: Die einst etablierten Parteien verlieren an Einfluss.

Philipp Felber
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2015 wurde mit Christian Imark ein Schwarzbube für die SVP in den Nationalrat gewählt. Dies dürfte den sprunghaften Anstieg erklären.

2015 wurde mit Christian Imark ein Schwarzbube für die SVP in den Nationalrat gewählt. Dies dürfte den sprunghaften Anstieg erklären.

KEYSTONE/ANTHONY ANEX

Der Rauch nach den Gemeinderatswahlen ist verzogen im Schwarzbubenland. Die Gewinnerin ist vor allem die SVP. Aber auch Unabhängige und kleinere Dorfparteien können zulegen. Mit dem Zuwachs von vier Sitzen der SVP wird ein Trend bestätigt, der sich seit längerer Zeit abzeichnet. Hatte die SVP bei den Wahlen 2009 noch fünf Sitze, sind es in der nächsten Legislatur elf.

Eingebüsst haben dafür vor allem CVP und FDP. Beide haben zehn Sitze weniger als 2009. Doch sie sind noch immer tonangebend im Schwarzbubenland. Gut 25 Prozent aller Sitze in den Gemeinderäten werden von der CVP besetzt, der Sitzanteil der FDP liegt bei 35 Prozent. Dies zeigt, dass die SVP 25 Jahre nach der Gründung der Solothurner Kantonalpartei langsam, aber sicher Fuss fassen kann in den Gemeinden.

Bei Kantonsrats- und Nationalratswahlen hat die SVP dies schon länger gemacht. Bisheriger Ausreisser nach oben: An der Nationalratswahl 2015 konnte die Volkspartei ihren Wähleranteil von 24 Prozent (2011) auf 35 Prozent steigern. Damals wurde mit Christian Imark ein Schwarzbube für die SVP in den Nationalrat gewählt, was den sprunghaften Anstieg erklären dürfte. Die SVP ist im Schwarzbubenland in Gempen, Erschwil und Nuglar/St. Pantaleon mit eigenen Dorfsektionen vertreten.

Dazu kommen noch vier Kreisparteien, die das restliche Schwarzbubenland abdecken. Bei den Kantonsratswahlen im März konnte die SVP an Wählerstimmen zulegen. Auch wenn sie aufgrund einer Listenverbindung zwischen den Grünen und der SP weiterhin nur zwei Mandate im Kantonsparlament hat. Mit 20 Prozent war die SVP die drittstärkste Partei in der Amtei, hinter der CVP und der FDP.

Parteipolitik wird unwichtiger

Stärker geworden sind auch die Unabhängigen und kleineren Gemeindeparteien. Noch 2009 waren gut 12 Prozent aller Gemeinderatssitze nicht in den Händen von CVP, FDP, SVP, SP und Grünen. In Zukunft werden es fast ein Viertel aller Sitze sein: also eine Entwicklung weg von den etablierten Parteien hin zu unabhängigen Kandidatinnen und Kandidaten.

Wobei die Grünen in Metzerlen-Mariastein ihren einzigen Gemeinderatssitz verloren haben und nur noch auf Daniel Urech zählen können, der als Grüner Kantonsrat in Dornach für die Freien Wähler amtet. Aber auch die SP musste bei den Gemeinderatswahlen Federn lassen: Sie hat noch 12 Sitze erobern können, was einem leichten Rückgang seit den Wahlen von 2009 gleichkommt.