Wasserfallen
Die Wasserfallenbahn hat im letzten Jahr weniger Passagiere befördert

Die Luftseilbahn Reigoldswil-Wasserfallen blickt auf ein unterdurchschnittliches Jahr zurück. Gegenüber 2011 reduzierten sich die Fahrten um fast 13 Prozent. Wegen Reparaturen war der Betrieb zudem 5 Wochen stillgelegt. Finanziell steht die Wasserfallenbahn aber gut da.

Simon Tschopp
Merken
Drucken
Teilen
Schlechtes Wetter und eine längere Revisionsphase drückten 2012 auf die Zahlen der Luftseilbahn Reigoldswil-Wasserfallen.

Schlechtes Wetter und eine längere Revisionsphase drückten 2012 auf die Zahlen der Luftseilbahn Reigoldswil-Wasserfallen.

Heinz Dürrenberger/Archiv

«Durchzogen wie das Wetter.» Das Fazit zum Betriebsjahr 2012 der Luftseilbahn Reigoldswil-Wasserfallen (LRW) von Johannes Sutter, dem Delegierten des Stiftungsrats, fällt verhalten aus. Und im goldenen November sei die Bahn nicht gefahren wegen der fünfwöchigen Revisionsphase. Das vergangene Jahr war für die LRW ein unterdurchschnittliches.

Weniger Fahrten, Eintritte, Mieten

80 000 Gäste oder 112 000 Fahrten registrierte die Wasserfallenbahn. Im Vergleich zu 2011 reduzierten sich die Fahrten um fast 13 Prozent. Auch die 11 000 Eintritte in den Waldseilpark, deren Preise um zehn Prozent angehoben worden waren, gingen letztes Jahr um ein Siebtel zurück. Die Zahl der ausgeliehenen Trottinette nahm um 3000 auf 14 000 ab. «An einem verregneten Herbstsonntag haben wir 100 Gäste auf der Bahn, an einem schönen 1200 bis 1800», rechnet Sutter vor und zeigt auf, wie entscheidend die Witterung für den ganzen Betrieb der Wasserfallenbahn ist.

Dafür stieg der Durchschnittsertrag pro Fahrt von 11.84 auf 12.50 Franken. Dieser Wert, der die Erlöse aus Bahn- und Seilparkbetrieb sowie aus Trottinett- und Schlittenmieten zusammenfasst, machte 2010 einen Sprung von über einem Franken auf 11.91, als im Juni zuvor der Waldseilpark eröffnet worden war.

Weitere Highlights in den abgelaufenen zwölf Monaten waren die Spitzentage am 5. Februar – das erste Schlittel-Wochenende der letzten Wintersaison – mit 2500 und der schöne Sonntag am 16. September mit 2200 Bahnfahrten.

Und auch der Ausblick von Johannes Sutter hört sich positiv an. Der Waldseilpark wird massvoll erweitert. «Wir haben ein paar Ideen, sind uns aber noch unschlüssig, welche der drei Varianten wir realisieren wollen», sagt er. Dies sei vom Geld abhängig. Die Luftseilbahn Reigoldswil-Wasserfallen investiert jährlich im sechsstelligen Bereich, gibt aber nur Geld aus, das sie auch hat, wie Sutter betont.

Mehrere Projekte geplant

Der Familienerlebnisweg, der für letzten Sommer geplant war, musste deshalb aus finanziellen Gründen auf 2014 verschoben werden. «Dafür benötigen wir einen hohen Sponsoringanteil», erklärt der Delegierte des LRW-Stiftungsrats. Der Seniorenweg wird im kommenden Jahr eröffnet oder 2015 – wie der Kinderspielplatz. Die Aufstiegshilfe für Kinder, ein Förderband für den Schlittelplausch, ist auf diesen Winter hin nicht zustande gekommen. Sie seien auf der Suche nach einer Occasion, hätten aber noch nichts gefunden, so Sutter.

Laut Johannes Sutter ist die Wasserfallenbahn finanziell gut aufgestellt. «Die Million Franken, die wir vor zwei Jahren vom Kanton erhalten haben, hat uns ein wenig Luft gegeben. Aber nach einem Jahr mit weniger guten Betriebszahlen schwimmen wir nicht im Geld», schränkt er ein. Einen Finanzplan zu erstellen, sei knifflig. Denn der jährliche Unterhalt an der Luftseilbahn bewege sich zwischen 20 000 und einer Viertelmillion Franken.