Bahnhof Liestal
Die Weichen für die Zukunft des Bahnhofs Liestal werden gestellt

Auf den Bahnhof Liestal kommen Veränderungen zu. Mit einer gemeinsamen Arbeitsgruppe wollen Stadt und SBB die Entwicklung vorantreiben. Die Chancen stehen gut, dass von drei Spuren auf vier ausgebaut wird. Es gibt auch Pläne für ein S-Bahn-Wendegleis, das einen Viertelstundentakt nach Basel ermöglichen würde.

Michel Ecklin
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Die Veränderungen am Bahnhof Liestal sollen koordiniert vonstattengehen.

Die Veränderungen am Bahnhof Liestal sollen koordiniert vonstattengehen.

Martin Töngi

In den kommenden Jahren kommt eine ganze Reihe von Veränderungen auf den Bahnhof Liestal zu. So dürften die jetzigen drei Spuren auf vier ausgebaut werden. Die Chancen dafür stehen gut, der Bund dürfte dafür im Rahmen seines Bahnausbauprojekts ZEB Gelder zur Verfügung stellen. Mit diesem Projekt ginge der Ausbau der Perrons und der Zugänge zu den Perrons einher. Die Stadt möchte dies nutzen, um die Fussgängerverbindung vom Stedtli in die südlichen Quartiere Liestals zu verbessern.

Kompatibel mit Wisenbergtunnel

Noch nicht beschlossen, aber angedacht ist das Wendegleis für die S-Bahn, das einen Viertelstundentakt nach Basel ermöglichen würde. Zudem besteht die Idee, den Burgeinschnitt östlich des Bahnhofs zu überdecken. Und die SBB spielen mit dem Gedanken, das Bahnhofsgebäude komplett durch einen Neubau zu ersetzen. Alle diese Veränderungen sollen mit dem Wisenbergtunnel kompatibel sein, der eines Tages vielleicht doch noch gebaut wird.

Um all diese Entwicklungen zu koordinieren, haben jetzt die Stadt Liestal und die SBB beschlossen, eine gemeinsame Arbeitsgruppe ins Leben zu rufen. «Stadt und SBB geben damit ein gemeinsames Commitment ab, dass sie das Potenzial des Liestaler Bahnhofs ausloten wollen», erklärt der Liestaler Stadtpräsident Lukas Ott (Grüne). Es solle sich «ein dynamischer Prozess» entwickeln, in dem alle Veränderungen aufeinander abgestimmt sind. Ott hofft, so «steuerzahlende Unternehmen» rund um den Bahnhof anzuziehen. Vor allem die Überdeckung des Burgeinschnitts hängt davon ab, ob sich ein entsprechender Investor zur Verfügung stellt. Die SBB zeigen sich offen für dieses Projekt. Gemeinsam mit der Stadt lancieren sie jetzt eine Machbarkeitsstudie.

SBB entscheiden über Neubau

Erst wenn die Tragweite all dieser anstehenden Veränderungen deutlich würde, könne man entscheiden, ob das Bahnhofsgebäude ersetzt werde, so Ott. Das letzte Wort haben allerdings die SBB, die einen allfälligen Neubau auch finanzieren würden und laut Ott nicht ausschliessen, einen allfälligen Neubau zu finanzieren. «Die SBB müssen wirtschaftlich entscheiden», ruft Ott in Erinnerung.

Vorerst profitieren die Bahnhofsnutzer von kleinen Verbesserungen. Die Buspassagiere sollen vor dem Uno-Gebäude nicht mehr im Regen warten sollen. Dort soll auch ein neuer, begehbarer Kiosk entstehen, für den die SBB neben den bereits bestehenden Angeboten eine Nachfrage sehen. Die WC-Situation soll besser werden. Alle diese Änderungen sollen spätestens 2014 fertig sein.