Öffentlicher Verkehr
Die Zukunft der Region Basel beginnt auf dem Tramnetz

Die Region Basel dehnt sich vor allem in der Agglomeration aus. Das Agglomerationsprogramm Basel lud deshalb zur Entdeckungsfahrt in den wachsenden Raum rund um die Stadt Basel.

Franziska Zambach
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Rund 70 Tramfans stehen erwartungsvoll neben einem Fahrzeug der neuen BLT-Flotte. Sie sind ganz aufgeregt: «Weisst du, was das für ein Wagen ist?», fragt ein älterer Herr seine weibliche Begleitung. «Das ist die Nummer 164. Der ist ganz neu», sagt er entzückt.

Die Vereine Regio Basiliensis, Regio Gesellschaft Schwarzwald-Oberrhein, Region du Haut-Rhin, Regio TriRhena, Neue Helvetische Gesellschaft und Agglomerationsprogramm Basel luden gemeinsam mit der Baselland Transport AG (BLT) Interessierte auf eine Tramfahrt ein. «Wir stellen nur unser neustes Tram zur Verfügung», scherzt BLT-Chef Andreas Büttiker. Er verkündet stolz, dass es die Jungfernfahrt des 14. Tangos der neuen BLT-Flotte werde.

Verlängern, erweitern, ausbauen

Zum speziellen Anlass geladen hat das Agglomerationsprogramm Basel: Per Tram können die Mitfahrenden in die verkehrsplanerische Zukunft der trinationalen Region blicken. Patrick Leypoldt, Leiter des Programms, zeigt auf der Fahrt durch die Region den Fahrgästen die Planungsschwerpunkte: «Es sind 35 Projekte, die die Velo- und Fussgängererschliessung betreffen und etwa 40 andere, die wir Ende Juni dem Bund vorlegen.»

Auf der Fahrt von der Stadt Basel in die Region passieren die Fahrgäste einige der Fixpunkte in der Planung: Die Schlaufe an der Burgfelder Grenze ist einer. «In den 50er-Jahren konnte man von Deutschland via Basel bis nach St. Louis fahren», erinnert sich eine ältere Dame. Zu diesem Modell möchte das Agglomerationsprogramm zurück. Die Tramverlängerung in Kleinhüningen nach Deutschland und an der Burgfelder Grenze nach St. Louis ist eines der Aushängeschilder des Programms.

Sich gemeinsam von den anderen abheben

Eine Prioritätsliste gibt es jedoch nicht. «Alle unsere Projekte sind wichtig», betont Leypoldt, wie den Ausbau der Tramverbindungen ins hintere Leimental, die Erschliessung des Dreispitzareals oder die Neugestaltung der Heuwaage, wenn das Grossprojekt des Basler Zoos, das Ozeanium, den Platz für sich einnimmt.

«Unsere gut ausgearbeiteten Projekten sollen den Bund überzeugen», hofft Leypoldt. Indem das Agglomerationsprogramm auf die Vernetzung verschiedener Verkehrsmittel setzt, versucht es sich, von Konkurrenzstädten wie Zürich, Luzern, Bern oder Genf abzuheben. «Ein solches Vorhaben geht aber nur gemeinsam», sagt Leypoldt.