Pyeongchang
Diese Baselbieter wollen ihre Haut so teuer wie möglich verkaufen

Bobsportlerin Sabina Hafner und Biathlet Mario Dolder werden das Baselbiet an den Olympischen Spielen in Pyeongchang vertreten.

Simon Tschopp
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Baselbieter in Pyeongchang
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Pyeongchang Bobpilotin Sabina Hafner und Biathlet Mario Dolder blicken auf Olympia in Pyeongchang in Südkorea. Gruppenbild mit Regierung vor dem Regierungsgebäude Liestal, von links: Landschreiber Peter Vetter, RR Monica Gschwind, Biathlet Mario Dolder, Bobpilotin Sabina Hafner, RR Sabine Pegoraro, RR Thomas Weber.
Pyeongchang Sabina Hafner
Pyeongchang Mario Dolder

Baselbieter in Pyeongchang

Kenneth Nars

Für Mario Dolder ist es Neuland, für Sabina Hafner nicht mehr: Olympische Winterspiele. Der Biathlet aus Sissach hat sich erstmals für diesen Grossanlass qualifiziert, die Liestaler Bobpilotin startet nach 2006 in Turin und 2010 in Vancouver bereits zum dritten Mal an Winterspielen. Die beiden Spitzensportler wollen in Pyeongchang (Südkorea) nächsten Monat aus dem Vollen schöpfen. Hafner möchte ihre zwei missglückten Olympia-Auftritte mit einem Diplomrang – unter den besten Acht – vergessen machen, Dolder strebt einen Platz in den Top 15 an.

Olympische Winterspiele

6300 Teilnehmende

Die Winterspiele werden vom 9. bis 25. Februar im südkoreanischen Pyeongchang ausgetragen. Nach Sapporo (1972) und Nagano (1998) findet diese Veranstaltung zum dritten Mal in Ostasien statt. Südkorea ist zum zweiten Mal Ausrichter von Olympia; vor 30 Jahren wurden die Sommerspiele in Seoul durchgeführt. Pyeongchang erwartet im kommenden Februar 6300 Athletinnen und Athleten sowie Betreuer aus über 90 Ländern. Die Schweizer Delegation zählt rund 340 Personen, davon 170 Sportlerinnen und Sportler. Während der 17 Wettkampftage
stehen in Pyeongchang in 15 verschiedenen Sportarten insgesamt 102 Entscheidungen an.

Der 27-jährige Biathlet ist im vergangenen halben Jahrhundert der 13. Baselbieter Sportler, der sich für Olympische Winterspiele qualifiziert hat. Und der erste in einer nordischen Disziplin. Er sicherte sich seinen Startplatz für Pyeongchang bereits Anfang Dezember 2017, als er im Weltcup-Spint in Östersund nach einer tadellosen Leistung Sechster wurde. «Das war bis jetzt mein bestes Rennen, alles hatte gepasst», sagte Mario Dolder gestern an einer Medienkonferenz in Liestal. Danach haperte es bei ihm, vor allem im Schiessen. Dolder arbeitete aber hart daran, trainierte intensiver, auch Kraft, was sich auszahlte. «Du musst bis zum letzten Schuss voll konzentriert sein», betont Dolder.

Nichts zu verlieren

Dolder bereitet sich noch sechs Tage auf der Lenzerheide vor, dann bricht er Anfang Februar Richtung Südkorea auf. Dort stehen vor Ort zwei Testrennen an. Der Oberbaselbieter kennt die Olympia-Strecke von Wettkämpfen der vergangenen Saison. «Sie gefällt mir, auch die Topografie.» Der Bauingenieur-Student wird in Einzelwettbewerben im Einsatz stehen. Ob er auch in der Staffel dabei ist, entscheidet sich erst in Pyeongchang.

Für Sabina Hafner kann es an Olympia nur noch besser kommen. In Turin und Vancouver hatte die Bobpilotin die Bahn nicht im Griff – und scheiterte. An den wichtigsten Anlässen lieferte sie die schwächsten Saisonresultate, was für sie «schmerzhaft» und «frustrierend» war. Das will die Liestalerin heuer besser machen und weiss den Verband nun voll hinter sich. Sie steckt sich zwar mit einer Platzierung unter den ersten Acht ein hohes Ziel, legt aber ihre langjährige Erfahrung in die Waagschale. Im Gegensatz zu Mario Dolder hat für die heute 33-Jährige diese Saison grottenschlecht begonnen. Ihre Mitkonkurrentinnen fuhren ihr um die Ohren. Je länger, desto besser kam Hafner in Fahrt. Derzeit figuriert sie unter den zehn weltbesten Bobpilotinnen.

Neun Podestplätze seit 1972

Die studierte Elektrotechnikerin beurteilt den Olympia-Eiskanal als «schwierig», mit zwei Schlüsselstellen. «Entweder liegt mir die Bahn oder eben nicht. Das wird spannend und
eine grosse Herausforderung», meint Hafner. Sie kann auf die Anschieber-Zwillingsschwestern Eveline und Rahel Rebsamen zählen. Doch vorerst muss die Liestalerin drei Wochen ohne Bob auskommen. Beschriftung und Transport brauchen Zeit. Vor dem Ernstkampf stehen zehn Trainingsfahrten auf dem Olympia-Bobrun an.

Die Eishockeyanerin Sandra Thalmann aus Pratteln hat es zwar nicht ins Schweizer 23er-Kader geschafft, sie steht aber auf Pikett bereit. Thalmann gewann vor vier Jahren in Sotschi mit dem Frauen-Nationalteam Bronze. Seit 1972 errangen Baselbieter Sportlerinnen und Sportler an Olympischen Winterspielen zwei Goldmedaillen sowie drei silberne und vier bronzene Auszeichnungen. Olympiasieger wurden Skiakrobatin Evelyne Leu (2006) und Bobfahrer Kurt Meier (1988).