Pratteln
Diese beiden Hobby-Gärtner nutzen ihren Schrebergarten als Sommerwohnzimmer

Jonas Gysin und Pascal Glanzmann geniessen zusammen die neue Welt des eigenen Gartens.

Philipp Felber
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Das erste Jahr und schon ein voller Garten
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Schrebergarten Folge 6
Draussen traditionell...
drinnen shabby chic modern

Das erste Jahr und schon ein voller Garten

Martin Töng

Die Schweizerfahne hängt noch vom Vorgänger. Den Rest haben Jonas Gysin und Pascal Glanzmann verändert. «Der Vorbesitzer kam letzthin vorbei und sagte, dass er wohl an die richtigen weitergegeben habe», sagt Glanzmann mit ein wenig Stolz in der Stimme. Die beiden entsprechen nicht dem Allgemeinbild eines Schrebergärtners. Glanzmann ist 33 Jahre alt und Koch von Beruf, Gysin ist Fachmann für medizinisch technische Radiologie und 27 Jahre alt. «Es ist das erste Gemeinsame, welches wir uns gekauft haben», sagt Glanzmann. «Ein Sommerwohnzimmer», präzisiert Gysin.

Das eigene Schrebergärtlein, also. Wobei, Gärtlein: Der Garten ist gross und der Aufwand dementsprechend. «Eigentlich sind wir jeden Abend gut 1,5 Stunden im Garten», sagt Glanzmann. Danach bleiben die beiden gerne etwas sitzen, grillieren, schwatzen. Ihren eigenen Rückzugsort haben sie sich in den Familiengärten Hintererli auf Prattler Boden geschaffen. «Am Anfang wars schon noch etwas fremd hier», sagt Jonas. Doch sie haben umgebaut. Und so den Schrebergarten zu etwas eigenem gemacht.

Draussen: Geranien, Holztisch und ein Cheminéeofen. So weit, so Schrebergarten. Das Häuschen drinnen: hell, shabby-chic, einladend. Hier spürt der Besuch die Handschrift der beiden. Und im Garten gehts gleich so weiter. Auf die Frage, wie viele verschiedene Gemüse-, Frucht-, Pflanzen- und Blumenarten denn genau im Garten wachsen, winken die beiden ab. Nicht weil sie nicht genau wissen, was in ihrem Garten wächst. Nein, weil es schlicht zu viele Arten sind.

Zehn Minuten wird der Besuch durch den Garten geführt, während Gysin von all den verschiedenen Pflanzen erzählt. Da wachsen neben Okraschoten auch Spargeln, Tomaten, Zucchetti, Erbsen, Bohnen, Karotten: Die Liste liesse sich praktisch beliebig erweitern. «Wir haben einfach mal alles gepflanzt, was uns in den Sinn gekommen ist», lacht Gysin. Unsystematisch ausgewählt, aber mit System gepflanzt. Denn die beiden haben Bücher gewälzt, das Internet durchforscht. Und es hat sich gelohnt. «Bis zum nächsten Frühling sind wir versorgt mit Gemüse», so Glanzmann. Ja, die beiden würden sogar mittlerweile lachen, wenn sie an der Gemüseauslage im Supermarkt vorbeilaufen.

Dem Gärtnern, und vielleicht noch etwas mehr dem Schrebergärtnern, hängt ein Hauch von Spiessigkeit an. Kein Problem für die beiden? «Zuerst wurden wir schon etwas belächelt. Doch mittlerweile sind unsere Freunde auch gerne hier», sagt Glanzmann. Und auch die Nachbarn haben zuerst skeptisch auf die beiden jungen Neuankömmlinge geschaut. Das habe sich aber schnell gelegt. «Wir bekommen mittlerweile Komplimente für unseren Garten.»

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