Schwingen
Diese Sieben stürzen sich für beide Basel ins Sägemehl

Am Wochenende geht in Estavayer das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest über die Bühne. Mittendrin sind einige Sportler aus der Region, die einen Kranz mit nach Hause bringen möchten.

Dimitri Hofer
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Schwingen erfreut sich in der Schweiz grosser Beliebtheit

Schwingen erfreut sich in der Schweiz grosser Beliebtheit

Patrick Hersiczky

Für einen Schwinger ist die Teilnahme an einem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest ein Höhepunkt seiner Karriere. Nach der letzten Ausgabe vor drei Jahren in Burgdorf misst sich die Elite des Traditionssports dieses Wochenende in Estavayer. In der riesigen Wettkampf-Arena auf dem Militärflugplatz Payerne zeigen 275 sogenannte Böse ihr Können. Darunter sind auch sieben junge Männer aus beiden Basel, die in der Westschweiz möglichst weit kommen möchten.
Eines vorneweg: Zum Schwingerkönig wird vermutlich keiner der Sportler aus der Region gekürt werden. "Es gibt in der Schweiz einige wenige Schwinger, welche zur absoluten Spitze gehören. Sie werden den Titel ziemlich sicher unter sich ausmachen", sagt Urs Lanz, Präsident des Basellandschaftlichen Kantonalschwingerverbands. Seinem Verband gehören sechs der sieben Qualifizierten aus beiden Basel an - obwohl nicht alle im Baselbiet wohnen. Christian Brand, Roger Erb und Remo Kocher sind im Solothurnischen Leimental zu Hause. Da sie jedoch einem Baselbieter Verein angehören, gehen sie am Eidgenössischen für ihren Nachbarkanton an den Start. Der einzige Teilnehmer des Schwingerverbands Basel-Stadt ist wiederum gar kein Basler, sondern Baselbieter. "Thoenen Henryc ist in Binningen aufgewachsen, trainiert aber seit je in der Stadt", erklärt Lanz. Der 25-jährige Betriebscontroller Thoenen wohnt heute in Wiedlisbach im Oberaargau.

Diese sieben Schwinger werden sich für beide Basel ins Sägemehl von Payerne stützen:

Obwohl die regionalen Schwinger mit der Entscheidung um den Königstitel sehr wahrscheinlich nichts zu tun haben werden, besteht für sie die Chance, den Eidgenössischen Kranz zu erringen. Dafür müssen sie zu den besten 15 Prozent des Teilnehmerfeldes gehören und viele Gegner besiegen. "Wenn alles optimal läuft, könnte das durchaus klappen", findet Urs Lanz, der an den beiden Wettkampftagen Samstag und Sonntag vor Ort in der Arena mitfiebern wird. Kürzlich war er bereits in Estavayer und verspricht: "Wir dürfen uns auf ein grossartiges Fest freuen."

An der fehlenden Unterstützung durch Anhänger aus beiden Basel wird es jedenfalls nicht liegen, falls die Schwinger ohne Kranz heimkehren. Lanz weiss von mehreren Personen, die sich T-Shirts mit den Köpfen der sieben Antretenden drucken liessen und sie im Stadion frenetisch anfeuern werden.