Rochade
Direktionsverteilung: Wer soll künftig die Kasse in Liestal hüten?

Morgen entscheidet die neu zusammengesetzte Baselbieter Regierung über die Direktionsverteilung. Aufgrund der Wichtigkeit der Finanz- und Kirchendirektion wird diese Stelle selten von einem Regierungsneuling Wen wollen Sie als neuen Finanzdirektor?

Bojan Stula
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FDP-Regierungsrätin Sabine Pegoraro bezeichnete gestern Nachmittag die Ausgangslage vor der morgigen Direktionsverteilung als völlig offen: «Ich weiss wirklich nicht, wie es rauskommt.»

Pegoraro selbst hat zuletzt mehrmals betont, dass für sie ein neuerlicher Wechsel nicht infrage kommt, nachdem sie bereits vor zwei Jahren von der Sicherheitsdirektion in die Bau- und Umweltschutzdirektion gezügelt ist. Ob diese Aussage nach einer unter Umständen hitzigen Diskussion an der morgigen Regierungssitzung immer noch Bestand hat, wird sich weisen.

Gemäss Gewohnheitsrecht können die Regierungsmitglieder in der Reihenfolge ihres Dienstalters ihren Direktionswunsch in die Runde werfen. Bei Uneinigkeit entscheidet die Mehrheit der fünf Regierungsräte mittels Handerheben.

Kein Neuling in den Finanzen

Der grüne Sicherheitsdirektor Isaac Reber schätzte gestern die Wahrscheinlichkeit seines Wechsels in eine andere Direktion mit «10 Prozent» ein.

Das für Reber entscheidende Argument, dass die drei Bisherigen Urs Wüthrich, Pegoraro und er in ihren Direktionen bleiben sollen und die beiden Neuen Thomas Weber (SVP) und Anton Lauber (CVP) die beiden vakanten Direktionen Finanzen und Kirche (FKD) sowie Volkswirtschaft und Gesundheit (VGD) übernehmen, ist die Kontinuität.

Durch Adrian Ballmers Rücktritt, den überraschenden Tod von Peter Zwick und die beiden Ersatzwahlen sei im Landkanton derart viel in Bewegung geraten, dass die Lage nicht noch durch eine Direktionsrochade bisheriger Regierungsräte verkompliziert werden sollte.

Allerdings handelt es sich bei der FKD um die eigentliche Schlüsseldirektion des Kantons, die in aller Regel nicht von einem Regierungsneuling besetzt wird. Sollte Reber tatsächlich hierher wechseln wollen und ein anderer ihm das streitig machen, müsste er aber auch als Grüner zunächst die Mehrheit des bürgerlich dominierten Regierungsquintetts hinter sich bringen.

Die einzige Gewissheit vor dem morgigen Tag X: Urs Wüthrich (SP) wird Bildungs- und Kulturdirektor bleiben. Sein Rücktritt 2015 gilt inzwischen für viele als sicher.

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