Bundeszentrum
«Dorffrieden in Gefahr»: Hölstein wehrt sich gegen Asylzentrum

Baselland schlägt dem Bund mit Liestal und Hölstein zwei Standorte für das geplante Asylzentrum vor, wo bis zu 500 Asylbewerber unterkommen sollen. In Hölstein formiert sich bereits Widerstand. Der Gemeinderat sieht den Dorffrieden in Gefahr.

Franziska Zambach
Drucken
Möglicher neuer Standort für ein Asyl-Bundeszentrum: der Hölsteiner Hof Holdenweid.

Möglicher neuer Standort für ein Asyl-Bundeszentrum: der Hölsteiner Hof Holdenweid.

Juri Junkov

Der Bund plant in seiner Asylstrategie ein weiteres Asylzentrum, in dem bis zu 500 Asylsuchende untergebracht werden sollen. So sollen sich Asylverfahren fortan nicht mehr über Jahre hinziehen, sondern über maximal 140 Tage. Der Kanton Baselland ist derzeit auf der Suche nach einem geeigneten Standort für ein solches Bundeszentrum. Gemäss bz-Recherchen stehen dafür Liestal und Hölstein im Fokus.

Beide Gemeinden erfüllen die Bedingungen an ein zukünftiges Bundeszentrum. In Hölstein soll die «Holdenweid», ein Grundstück etwas ausserhalb des Dorfes im Besitz des Kantons Basel-Stadt, umgenutzt werden. Doch schon formiert sich Widerstand. Nachdem Gemeindepräsidentin Monica Gschwind am Mittwoch zu den bz-Recherchen keine Stellung nehmen wollte, verschickt die Gemeinde am Donnerstagmorgen eine Mitteilung, in der sie schreibt: «Der Gemeinderat von Hölstein hat Bund und Kanton eine klare Absage erteilt.»

Die Gemeinde habe erst kürzlich von den Plänen des Bundes und des Kantons erfahren. Sorge mache dem Gemeinderat vor allem der «Erhalt des Dorffriedens», den er bei einem solchen Grossprojekt gefährdet sehe. Die Belastung, ein Asylzentrum zu beherbergen, sei zu gross für die Gemeinde. Die verstärkte Inanspruchnahme von Behörde und Verwaltung wiege die Vorteile, wie «die Entlastung des Waldenburgertals von Asylzuweisungen und in der Folge dem Wegfall von eventuellen Sozialhilfebezügern» nicht auf. Auch macht sich die Gemeinde Sorgen um die Mehrbelastung der Waldenburgerbahn, wie es weiter in der Mitteilung heisst.

In Hölstein sollte bereits 1986 ein Asylzentrum entstehen. Damals wurde das Projekt von der Bevölkerung abgelehnt.

Aktuelle Nachrichten