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Dornacher Fasnacht: Attraktive Guggen von nah und fern

Die Gemeinden Reinach und Aesch stellten eine Gugge am Fasnachtsumzug vom Samstag. Auch zwei deutsche schränzten mit.

Thomas Brunnschweiler
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Die Guggemusig Gräppälä-Schränzer Bichwil/Oberuzwil aus der Ostschweiz.

Die Guggemusig Gräppälä-Schränzer Bichwil/Oberuzwil aus der Ostschweiz.

thb

Die Bise war kalt und bissig, aber punkt 14 Uhr riss die Wolkendecke auf und Sonnenstrahlen fielen auf die Umzugsstrecke.

Erst zum dritten Mal seit 1952 fand in Dornach ein Fasnachtsumzug statt. Die Tatsache, dass die Dornacher Fasnacht nach Aschermittwoch stattfindet, hat nichts mit konfessionellen Fragen zu tun, sondern mit rein praktischen Erwägungen.

Man will nicht mit Aesch und Reinach in Konkurrenz treten und feiert eine Woche später. D Ruinenarre, die einzige Guggemusig aus Dornach, möchten zudem auch in den umliegenden Ortschaften mittun.

Viele Guggen-Gäste

Waren zum ersten Umzug des Revivals im Jahre 2014 erst 23 Formationen angemeldet gewesen, so waren es heuer bereits 30.

Da Dornach keinen eigenen Wagen hat und auch sonst fasnächtlich schwach auf der Brust ist, hatte das Komitee auf attraktive Guggen von nah und fern gesetzt.

Neben den Graffitti Spukkern aus Reinach, den Revoluzzern aus Aesch und den Chaote aus Basel waren die Schwarzbuebeschränzer aus Nuglar und die Grossstadtchnulleri aus Kaiseraugst anwesend.

Andere Guggen stammten aus Fribourg, Rapperswil, Bichwil-Oberuzwil, Selzach und Oftringen. Schliesslich schränzten die Sau Glogg Gugga aus Köngen (D) und die Querköpf aus Winnenden (D) ebenfalls mit.

Im Gegensatz zu den regionalen Guggen musizierten die Formationen aus dem süddeutschen Raum und von jenseits des Juras nicht mit Masken, sondern mit bemalten Gesichtern, was im Raum Basel eigentlich verpönt ist.

Dies tat aber der Stimmung keinen Abbruch. Für eine ausreichende Beschallung Oberdornachs war in jedem Fall gesorgt.

Plakette mit Tempo-30-Sujet

Etwas weniger Zuschauer als beim letzten Mal säumten die Strassen. Der Umzug bewegte sich wie immer vom Saffretweg, beim Gigersloch vorbei die Grundackerstrasse hoch, bog dann in die Schmiedegasse ein und folgte einige Meter der Hauptstrasse, um links in die Unterdorfstrasse einzubiegen.

Die grösste Menschentraube bildete sich bei der alten katholischen Kirche, wo der Zug jeweils die Hauptstrasse wieder verlässt. Dort standen auch Verpflegungsstände und die Bühne für das anschliessende Guggenkonzert.

Wer schon in Aesch und Reinach am Umzug dabei gewesen war, für den gab es vor allem bei den Wagen einen starken Wiedererkennungseffekt.

Sujets aus der Dornacher Gemeindepolitik wurden wenige aufgegriffen. Das Motto des Komitees hiess 2016: «Take it easy!», mit dem die Plakette auf das angestrebte Tempo 30 auf der Apfelseestrasse aufmerksam gemacht hatte.


Mit Drissig muesch durch ’s Dörfli schliche,
per pedes goh wär öbbe ’s gliche.
Die Einte sin Kontra, die Andere Pro;
bi sottige Theme isch ’s immer eso.

Das Schissdräggzygli der Löchlifligger übernahm das Motto und variierte es. D’Schlobi machten mit ihrem Schissdräggzygli auf das Beizensterben aufmerksam und reimten:

Willsch z’Dornach nach em Umzug e Bierli näh,
muesch pressiere, denn es wird kei Beizli me gäh...

Der Im-Mu-Clan 2014 machte auf den Schandfleck des Apfelsee-Quartiers aufmerksam, die Bushaltestelle bei der Werbhollenstrasse, wo offenbar unter anderem Fernseher und Bürostühle entsorgt werden.

Es wäre zu wünschen, dass die Fasnächtler in Dornach ein bis zwei Wagen mit eigenen Sujets auf die Strasse bringen und in die Zeedelproduktion eintreten würden, schliesslich böte auch Dornach Stoff für fasnächtlich-satirische Kommentare.

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