Bluttat in Rünenberg
Drei gezielte Schüsse – Nachbar (†39) erschoss Staranwalt Martin Wagner (†57) mit seiner Armee-Waffe

Der Basler Medienanwalt Martin Wagner wurde mit einer Armee-Waffe getötet. Das bestätigt die Baselbieter Staatsanwaltschaft am Dienstag. Der Täter schoss dreimal auf sein Opfer.

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Bluttat in Rünenberg
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Der Tatort eines Tötungsdeliktes am Zielweg in Rünenberg BL am Sonntag, 28. Januar 2018. Bei einem der Toten handelt es sich um den Basler Medienanwalt Martin Wagner.
5. Version Tatort Rünenberg - Martin Wagner
Anwalt Martin Wagner
Das Haus des erschossenen Anwalts Martin Wagner.
Tatort Rünenberg – ein Nachbar ist der Täter. Er richtete sich anschliessend selbst.
Die Leichen werden abgeholt.
Pascal Pilet, Staatsanwaltschaft der Polizei Basel-Landschaft, spricht an einer Medienorientierung zum Tötungsdelikt.
Bernhard Baumgartner Einsatzleiter der Polizei Basel-Landschaft
Der Leichenwagen fährt vor dem Haus (links) des erschossenen Martin Wagners vor.
Sie informierten die Medien (v.l.): Adrian Gaugler, Bernhard Baumgartner (beide Polizei), Pascal Pilet und Michael Lutz (beide Staatsanwaltschaft).

Bluttat in Rünenberg

GEORGIOS KEFALAS

Neue Informationen im Fall Martin Wagner (†57): Die Baselbieter Staatsanwaltschaft (Stawa) teilt am Dienstag mit, dass Wagner mit drei Schüssen aus einer Ordonnanz-Faustfeuerwaffe der Schweizer Armee getötet wurde. Die Waffe gehörte dem Schützen – ein Nachbar Wagners (†39). Er hatte seine ehemalige Dienstwaffe nach seinem Ausscheiden aus der Armee erworben und damit Wagner getötet.

Auf den Grund für das Tötungsdelikt geht die Baselbieter Staatsanwaltschaft kaum ein. Der Täter habe «aus Gründen, die ausschliesslich im Privaten lagen», gehandelt.

Das aktuell noch laufende Strafverfahren werde nach Abschluss aller Ermittlungsarbeiten eingestellt. Weitere Angaben mache die Polizei nicht «aus Rücksicht auf die hinterbliebenen Familien». Staatsanwaltschafts-Sprecher Michael Lutz meint: «Bei der Abwägung ist das öffentliche Interesse kleiner zu gewichten als der Persönlichkeitsschutz der Hinterbliebenen.»

Am Morgen des 28. Januar wurde Wagner getötet. Der Täter verschaffte sich kurz vor neun Uhr an jenem Sonntagmorgen gewaltsam Zutritt zu Wagners Haus. Dies, indem er mit seiner Armee-Pistole dreimal in die Glasscheibe neben der Haustüre schoss, dann mit der Hand hineinreichte und den Drehknopf der Türe von innen öffnete.

Er trat ins Haus ein und schoss ohne vorgängigen Streit oder eine tätliche Auseinandersetzung aus wenigen Metern Distanz dreimal auf Wagner. Zweimal traf er ihn dabei in den Körper, einmal in den Kopf. Wagner starb kurz nach Eintreffen der Rettungskräfte.

Der Täter verliess das Haus sofort und erschoss sich vor dem Haus selbst. Die Staatsanwaltschaft redet dabei von «mutmasslich», weil derzeit noch die DNA-Spuren auf der Waffe ausgewertet würden. Es gebe aber «nicht den geringsten Hinweis», dass es sich nicht um einen Suizid handle, ergänzt Lutz. Fest steht, dass alle sieben abgegebenen Schüssen aus der Waffe des Täters stammen und keine zweite im Spiel war. (hi/zam)