dreist
Nach Enkeltrick mit Mutter: Solidarität mit Fricktaler Filmemacherin

Zwei Unbekannte kamen unter einem Vorwand in die Wohnung der Mutter der ehemaligen bz-Kolumnistin Güzin Kar ein und klauten Schmuck. Das löst in den sozialen Medien viel Mitgefühl aus.

Michel Ecklin
Drucken
Teilen
Güzin Kar, Drehbuchautorin und Filmregisseurin.

Güzin Kar, Drehbuchautorin und Filmregisseurin.

Alex Spichale

Der gestern abgesetzte Tweet von Filmemacherin und Ex-bz-Kolumnistin («Hüsnü») Güzin Kar schockiert: Ihre im Fricktal wohnhafte Mutter wurde Opfer eines Trickdiebstahls. Im Tweet spricht Kar die Täter direkt an:

«Ein herzliches Fuck you an jene, die meine alte, kranke Mutter in ihrer Wohnung bestohlen haben. Sie hat euch Kaffee gemacht.»

Wie dem Post zu entnehmen ist, liessen sich die Täter von Kars Mutter Kaffee servieren. Nachdem sie gegangen waren, fehlte der Schmuck – alles Geschenke von Kars verstorbenem Vater.

Güzin Kars inzwischen gelöschter Tweet.

Güzin Kars inzwischen gelöschter Tweet.

Twitter

Am Schluss des Tweets bedankt sich die Regisseurin bei der Aargauer Kantonspolizei für die Hilfe. Mittlerweile hat Kar den Tweet gelöscht, der ein grosses Echo auslöste. Dutzende Menschen bekundeten ihr Mitgefühl, darunter auch die Basler Basta-Nationalrätin Sibel Arslan:

«Das tut mir sehr leid», spendete die Politikerin Trost. Auf Nachfrage bestätigt die Aargauer Kantonspolizei den Diebstahl. Es sei Anzeige gegen unbekannt erstattet worden. Gemäss Angaben der Kapo hat sich der Vorfall am vergangenen Samstag ereignet. Die beiden unbekannten Täter konnten noch nicht gefasst werden, die Ermittlungen der Polizei laufen.

Am besten gar niemanden reinlassen

Es ist eine besonders perfide Masche, welche die Täter anwendeten. Sie ist im Polizeijargon unter dem Namen «Wasserglastrick» bekannt. «Diese Masche, bei der die Gutgläubigkeit von meist älteren Mitmenschen ausgenutzt wird, ist schon seit Jahren bekannt», erklärt Aline Rey von der Aargauer Kantonspolizei. Beim «Wasserglastrick» würden Täter mit der Bitte um ein Glas Wasser – oder, im Falle von Güzin Kars Mutter, um einen Kaffee – versuchen, sich Zutritt zum Haus zu verschaffen. Dabei lassen sie Wertgegenstände oder Geld mitgehen, deren Fehlen zu spät bemerkt wird.

Wie kann man sich vor solchen Diebstählen schützen?

«Der beste Ratschlag ist, keine fremden Leute ins Haus zu lassen»,

sagt die Kapo-Sprecherin. Und wenn doch, dann solle man sie nicht aus den Augen lassen. «Das ist im Falle von mehreren Personen natürlich schwierig», sagt Rey. Es sei wichtig, misstrauisch zu sein und sich Hilfe zu holen – in der Nachbarschaft oder bei der Polizei.
Ann-Kathrin Amstutz

Aktuelle Nachrichten