Regionalturnfest
«Du bisch e Maschine» – Wettkampffieber und Feststimmung in Böckten

Das Regionalturnfest zeigte den Turnsport von seiner besten Seite.

Tobias Gfeller
Merken
Drucken
Teilen
TV Rothenfluh beim Steinheben. Die Kollegen feuern an
23 Bilder
TV Frenkendorf beim Weitsprung (4)
TV Lupsingen beim Hochsprung
Der DTV Thürnen beim Steinstossen
Vor dem Hauptfestzelt
TV Rothenfluh beim Faustball
TV Wichtrach beim Intercross
TV Roggliswil bei der Barrenübung
TV Lupsingen beim Hochsprung (3)
TV Ormalingen vs. Männerriege Tecknau beim Volleyball
TV Frenkendorf beim Weitsprung
TV Lupsingen beim Hochsprung (2)
TV Frenkendorf beim Weitsprung (2)
Männerriege Tecknau vs Männerriege Oberwil beim Indiaca (2)
Marco Erny (siehe Text) beim TV Rothenfluh demonstriert sein Können beim Steinheben
Männerriege Tecknau vs Männerriege Oberwil beim Indiaca
TV Frenkendorf beim Weitsprung (3)
Das liebevoll geschmückte Hauptfestzelt
Der DTV Thürnen beim Steinstossen (3)
Das leere Bassin vor dem grossen Festzelt
Alles feinsäuberlich angeschrieben beim Hauptfest- und Wettkampfplatz in Böckten
Der DTV Thürnen beim Steinstossen (2)
Impressionen vom Regionalturnfest in Böckten 2017

TV Rothenfluh beim Steinheben. Die Kollegen feuern an

Tobias Gfeller

«Du bisch e Maschine», ruft eine Teamkollegin Tanja Surer zu, nachdem sie den sechs Kilogramm schweren Stein auf sagenhafte 9,14 Meter gestossen hat. «Sie ist klar die Beste in dieser Disziplin», schwärmt die Teamkollegin beim DTV Thürnen. Steinstossen sei bei weitem keine reine Frage der Kraft, beschreibt die Meisterin das Geheimnis ihrer Lieblingsdisziplin. «Es braucht eine gute Technik beim Abwurf und zuvor einen schnellen Anlauf.»

Starke Unterarme nötig

Auf dem Wettkampfplatz «Gehren» stehen die Steine im Mittelpunkt. Während die Thürnerinnen ihre ins Gras stossen, heben die starken Männer des TV Rohtenfluh den 22,5 Kilogramm schweren Brocken mehrfach in die Höhe.

Marco Erny schafft 45 Wiederholungen, was an diesem Tag für sein Team Bestleistung bedeutet. Obwohl er schon beim verdienten «Feierabendbier» nach abgeschlossenem Wettkampftag ist, demonstriert er fürs Foto noch einmal sein ganzes Können. «Es braucht Kraft und Ausdauer in den Unter- und Oberschenkeln. Das Wichtigste sind aber die Unterarme, mit denen man den Stein im Gleichgewicht hält.»

OK-Präsident ist zufrieden

Lob von vielen Seiten, perfekte Wettkampfbedingungen und die ersparte Hitze. Die extra zur Abkühlung aufgestellten Bassins blieben zumeist leer. Das Regionalturnfest begeisterte in all seinen Facetten. OK-Präsident Peter Fiechter ist am Sonntagmittag schon sehr zufrieden. «Ein wirklich tolles Fest mit einer friedlichen Stimmung. Alles hat mitgespielt.» Das erhaltene Lob tut dem Organisationskomitee und den über 300 ehrenamtlichen Helfern gut. «Es war viel Arbeit», sagt Fiechter rückblickend. Rund 2200 Teilnehmende haben den Anlass genossen. Über 1000 Übernachtungen wurden auf dem Zeltplatz gezählt.

Während die Thürnerinen und die Rothenfluher schwitzen, wird im kleinen Festzelt nebenan schon lautstark angestossen. Auch das gehört zu einem Turnfest dazu. Zuerst das Wettkampffieber, dann die Feierstimmung.

Tecknau dominiert übers Netz

Auf dem Hauptwettkampfplatz gleich neben dem grossen Festzelt, das mit viel Liebe dem Anlass entsprechend geschmückt wurde, herrscht am Samstagnachmittag emsiges Treiben. Die Finalrunde der besten sieben Teams beim Dreispielturnier ist im vollem Gange. Viele orangeschwarze Trikots sind zu sehen.

Die Männerriege Tecknau dominiert bei der Kombination aus Faustball, Indiaca und Volleyball seit Jahren. Gleich mehrere Teams haben sich für die Finalrunde qualifiziert. Eine davon holt schlussendlich auch den Sieg. Weil beim Faustball der Ball einmal den Boden berühren darf, wird das Spiel auf dem holprigen Boden am Nachmittag immer unberechenbarer.

Mit genauem Auge hinsehen

In der Turnhalle in Thürnen herrscht beim Fachtest Volleyball höchste Konzentration. Manuela Flückiger vom TV Wintersingen schaut als Kampfrichterin genau hin, ob der Ball die vorgeschriebene Zone trifft und wie viele Pässe innerhalb der vorgegebenen Zeit gespielt werden können. Dabei spürt sie den grossen Ehrgeiz der Spieler. «Der Fachtest ist halt etwas, das man genau üben kann. Umso mehr ärgert es einem, wenn es nicht so klappt wie gewünscht.»

Begeisterung und Lob

Manuela Flückiger gehört zu den unzähligen ehrenamtlichen Helfern und Kampfrichtern, ohne die ein solches Turnfest nicht stattfinden könnte. «Natürlich ist es auch ein Muss. Aber man tut es ja für den eigenen Verein und den Anlass, damit dieser überhaupt stattfinden kann.»

Und das Regionalturnfest war ein voller Erfolg. Böckten hat drei wunderbare Tage erlebt. Es gab Lob von allen Seiten. Stellvertretend für viele Heinz Weber vom TV Wichtrach aus dem Kanton Bern. «Unglaublich, was sie hier in diesem kleinen Dorf auf die Beine gestellt haben. Ich bin wirklich begeistert.»