Atom-Debatte
EBL investiert 160 Millionen Franken in den Atom-Ausstieg

Die Elektra Baselland (EBL) hat eine Strategie zum Ausstieg aus der Atomenergie vorgelegt. Sie umfasst mehr Förderung von Energieeffizienz, den Ausbau erneuerbarer Energien mit Investitionen von total 160 Mio. Fr. und neue Strommix-Produkte.

Merken
Drucken
Teilen
Elektra Baselland (EBL) in neue Energien, zum Beispiel ins Solarkraftwerk im südspanischen Calasparra.

Elektra Baselland (EBL) in neue Energien, zum Beispiel ins Solarkraftwerk im südspanischen Calasparra.

Zur Verfügung gestellt

Die neue Strategie folgt auf eine Haltungsänderung zur Atomenergie, die der Stromversorger nach der Katastrophe von Fukushima im April vorgenommen hatte: Neue Atomkraftwerke seien mit heutiger Technik nicht mehr zu verantworten, doch zum Ausstieg sei eine langfristige Strategie nötig, hatte der Verwaltungsrat damals festgehalten.

So will die EBL jetzt etwa die Förderung der Energieeffizienz ausbauen: Gemäss einer Mitteilung vom Dienstag sollen mit dem Programm «1000jetzt!» jeweils 1000 Photovoltaik-Anlagen, thermische Solaranlagen, energetische Modernisierungen und Ersatzanlagen für Elektroheizungen gefördert werden. Neue Photovoltaikanlagen bis 5 Kilowatt werden zudem mit 2000 Franken pro Kilowatt unterstützt.

Neue Produkte ab 2012

In den Jahren 2011 bis 2014 will die EBL total 160 Mio. Fr. in Projekte zur Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen in der Region und im Ausland investieren. Derzeit bezieht sie über 41 Prozent der Energie aus solchen Quellen. Wenn die geltenden Bezugs- und Partnerverträge auslaufen, müsse indes die Lücke geschlossen werden, heisst es in der Mitteilung.

Schliesslich bietet die EBL in ihrem Versorgungsgebiet ab Anfang 2012 drei neue Stromprodukte an - zwei für Kunden, die zu einem Aufpreis einen Strommix aus Wasserkraft und erneuerbaren Energien möchten sowie das Produkt «EBL Grau» für solche, die den Atomausstieg nicht mittragen wollen.