Pratteln
EBL will in Pratteln 35 Millionen in Grossprojekt investieren

Noch in diesem Jahr will die Elektra Baselland (EBL) den ersten Spatenstich für ihren bisher grössten Wärmeverbund, die Ergolzschiene, setzen. Nach den Sommerferien soll die Baubewilligung füs 35-Millionen-Projekt vorliegen.

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EBL-Chef Urs Steiner will in Pratteln für 35 Millionen Franken bauen.

EBL-Chef Urs Steiner will in Pratteln für 35 Millionen Franken bauen.

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Diese Kette von Strom erzeugenden Wärmezentralen im Ergolztal (die bz berichtete) will sie mit dem Grosswärmeverbund Pratteln beginnen. Dafür hat der Verwaltungsrat diese Woche 35 Millionen Franken gesprochen. Dies teilte Geschäftsleiter Urs Steiner gestern den in der Lausener Mehrzweckhalle versammelten Delegierten des Oberbaselbieter Energieunternehmens mit.

Kritik an Einsprachen

Verwaltungsratspräsident Reinhold Tschopp berichtete, dass die EBL damit rechnet, nach den Sommerferien die Baubewilligung für das geplante 2-Megawatt-Kleinflusskraftwerk in Zwingen zu erhalten. «Es ist doch geradezu pervers, dass genau die politischen Parteien und dieselben Umweltschutzverbände, die jahrzehntelang nach sauberer Energie geschrien haben, nun geschockt sind, dass wir das realisieren wollen», kritisierte Tschopp den Umstand, dass man «für jedes Megawatt bis vor Bundesgericht» gehen müsse.

So habe die Planung für das Kraftwerk in Zwingen sieben Jahre gedauert: «Nach dieser Zeitrechnung wäre Gösgen dann in etwa 15 000 Jahren ersetzt.» Derzeit gebe es zwar keine Stromlücke, wenn aber der Energieumbau so behindert werde, werde es eine geben. Deshalb forderte er: «Was beim Autobahnnetz und bei der Neat möglich war, sollte doch auch hier möglich sein.» Das Volk solle über den Umbau der Stromversorgung abstimmen, und das soll dann gelten.

Zu ihrer Delegiertenversammlung hat die EBL auch den Bürgermeister von Calasparra (E) und Behördenmitglieder der Brandenburger Gemeinde Möthlitz (D) eingeladen, den beiden Standorten, an denen sie im vergangenen Jahr eigene Kraftwerke in Betrieb nehmen konnte. In Möthlitz war die Bevölkerung nicht glücklich über den Windpark. Nun will die EBL zeigen, dass der Eigner nicht ein Konzern, sondern eine in den Gemeinden verankerte Genossenschaft ist.

Christoph Buser in Verwaltungsrat

Mit drei Gegenstimmen bei sieben Enthaltungen wählten die Delegierten mit grosser Mehrheit den Wirtschaftskammerdirektor Christoph Buser als Ersatz für den zurücktretenden Christoph Häring in den EBL-Verwaltungsrat. Als Grund, weshalb der Verwaltungsrat Buser vorschlägt, nannte Tschopp unter anderem dessen Vernetzung in der kantonalen Politik und Wirtschaft.

Die bisherigen Verwaltungsräte, darunter der kantonale Wirtschafts-Bestandespfleger Thomas de Courten, wurden hingegen einstimmig bestätigt. Ebenso genehmigten die Delegierten den Geschäftsbericht, die Entlastung der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrats sowie die Jahresrechnung. Diese weist eine markante Steigerung der Ertragskraft auf (die bz berichtete), allerdings gegenüber dem Vorjahr ein tieferes Ergebnis, was Finanzchef Alain Jourdan unter anderem mit den um 75 Prozent gesunkenen Dividenden der schlingernden Alpiq begründete. Tschopp wunderte sich, dass die «grossen strategischen Energiebewirtschafter erst so spät realisierten, dass die Produktion von neuer erneuerbaren Energien nicht mehr in den Startlöchern sitzt, sondern bereits in Fahrt ist.»

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