Metrobasel
Ehemaliger Metrobasel-Chef hat seine Kompetenzen überschritten

Der Verein Metrobasel steht in der Kritik. Die Finanzkontrolle hat die Bücher des Vereins genauer unter die Lupe genommen und aufgedeckt, dass der ehemalige Direktor, Christoph Koellreuter, in seiner damaligen Position Kompetenzen überschritt.

Merken
Drucken
Teilen
Der abtretende Metrobasel-Direktor Christoph Koellreuter.

Der abtretende Metrobasel-Direktor Christoph Koellreuter.

Kenneth Nars

Christoph Koellreuter wurde vor elf Tagen pensioniert. Zuvor war er als Direktor des Vereins «Metrobasel» tätig, wo er sich für die überregionale Zusammenarbeit rund um Basel engagierte. Doch wie das «Regionaljournal» berichtet, sind nun von der Finanzkontrolle Fakten aufgedeckt worden, die auf den Verein ein ungutes Licht werfen.

Bei der Durchsicht der Bücher von Metrobasel kamen zwei Rechnungen zum Vorschein, die Koellreuter vor fünf Jahren bewilligt hatte, ohne eine Zweitunterschrift einzuholen. Diese wäre aber zwingend gewesen. Das Urteil: Koellreuter hat seine Kompetenz überschritten.

«Engagierte Persönlichkeit»

Der ehemalige Direktor erinnert sich an die Zahlungen: «Es handelt sich um zwei Rechnungen, die je 80'000 Franken für Forschungsprojekte gutschrieben.» Er habe diese dem Vorstand vorgelegt und das Einverständnis erhalten. Deshalb habe er eigenmächtig die Summen freigesprochen. «Ich bin eigentlich eine engagierte Persönlichkeit, die eher mehr als 100 Prozent gibt», erklärt er im Regionaljournal. Etwas Böses wollte er dem Verein nicht tun.

Auch der jetzige Vorstand findet eine Strafverfolgung unnötig. Der Verein habe kein Schaden genommen und man könne sich wieder am Tagesgeschäft widmen. Denn der Verein hat grössere Probleme als fünf Jahre alte Rechnungen. Die Konkurrenz zum Projekt der Metropolitankonferenz ist gross. Der Kanton Basel-Stadt ist bereits aus dem Verein ausgetreten und auch das Baselbiet überlegt auszusteigen. (zam)