Wahlen 2011
Ein Duell der beiden bürgerlichen Alphatiere

Mit seiner Kandidatur für den Nationalrat konkurrenziert Christoph Eymann (LDP) vor allem seinen Kollegen Peter Malama (FDP). Dieser sagt, er freue sich über die Konkurrenz.

Yen Duong
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Christoph Eymann und Peter Malama.

Christoph Eymann und Peter Malama.

AZ

Ja, er will. Regierungsrat Christoph Eymann kandidiert als Spitzenkandidat der Liberaldemokraten für den Nationalrat (bz von gestern). Eymann war bereits früher regelmässig in Bundesbern anzutreffen – er sass von 1991 bis 2001 in der Grossen Kammer, ehe er Regierungsrat wurde. Weshalb es den Basler Erziehungsdirektor erneut nach Bern zieht: «Ich sehe mit meiner zehnjährigen Erfahrung als Regierungsrat heute andere Möglichkeiten, meine Anliegen durchzusetzen als beim letzten Mal.»

Eigentlich wurde Eymann bei den Bürgerlichen als Kronfavorit für den Ständerat gehandelt. Der 60-Jährige verzichtete jedoch darauf, gegen Anita Fetz (SP) anzutreten. Dass er nicht in den Ständerat, aber in den Nationalrat will, begründet er so: «Ich habe die Unterstützung nicht gespürt.»

Aus Liebe zur Partei

Eymann kandidiert auch aus Liebe zu seiner Partei für den Nationalrat. Er weiss offenbar nur zu gut: Die Glanzzeiten der LDP sind vorbei, in Basel verliert die Partei mehr und mehr an Einfluss. «Ich möchte meiner Partei helfen, auf Augenhöhe mit unserer Schwesterpartei FDP zu sein», meint Eymann. Es brauche eine starke LDP-Liste, um den bürgerlichen Nationalratssitz zu sichern.

Damit meint er den Sitz des amtierenden FDP-Nationalrats und Gewerbedirektors Peter Malama. Nur: Ausgerechnet mit Eymann erhält Malama innerhalb der Listenverbindung der FDP/LDP grosse Konkurrenz. Es erscheint nicht unrealistisch, dass Eymann Malama den Sitz abjagen kann. Dies aus zwei Gründen: Die FDP steckt in einer riesigen Krise; bei den letzten kantonalen Wahlen im Baselbiet, Zürich, Luzern und Tessin musste sie herbe Niederlagen einstecken. Umgekehrt geniesst Eymann bis weit ins grüne Lager grosse Sympathien. In der FDP hält sich die Freude über die Eymann-Kandidatur denn auch in Grenzen, wie verschiedentlich zu hören ist.

Peter Malama freut sich jedenfalls über die Konkurrenz – das sagt er zumindest. «Es geht nicht darum, wer für wen gefährlich ist, sondern darum, den Sitz in der konstruktiven, politischen Mitte sicherzustellen – das ist das oberste Ziel von FDP und LDP.» Darüber hinaus habe er zu Eymann ein «sehr gutes Verhältnis». Auch Eymann, der ebenfalls mal Gewerbedirektor war, sieht seine Kandidatur nicht als Gefahr für Malama, sondern als Unterstützung. «Wir treten nicht gegeneinander an, wir sind in einer Allianz.»

Möglich ist auch, dass der LDP-Regierungsrat in einem halben Jahr zwar persönlich mehr Stimmen als Malama holt, es ihm wegen fehlender Listenstimmen doch nicht nach Bern reicht. Bei den letzten Wahlen im 2007 erzielten die Liberaldemokraten 8 Prozent der Stimmen – und das mit den Jungliberalen. Die FDP mit ihrer Jungpartei 11,3 Prozent.

Ein denkbares Szenario ist zudem, dass die Freisinnigen ihren Sitz sogar an die aufstrebenden Grünliberalen verlieren. Bei den Wahlen vom 23. Oktober ist in Basel vieles möglich – so vieles, wie schon lange nicht mehr.