Reigoldswil
Ein Facelifting für den Dorfplatz

Auf dem neuen Dorfplatz in Reigoldswil gibt es viele Sachzwänge. Und dennoch einige Neuerungen – so wird unter anderem die Mittelinsel verschoben.

Andreas Hirsbrunner
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So soll der neue Reigoldswiler Dorfplatz aussehen. Wichtigste Änderungen gegenüber heute: breitere Trottoirs, eine verschobene und weitgehend umgestaltete Mittelinsel und neue Bushaltestellen mit Betonplatten.

So soll der neue Reigoldswiler Dorfplatz aussehen. Wichtigste Änderungen gegenüber heute: breitere Trottoirs, eine verschobene und weitgehend umgestaltete Mittelinsel und neue Bushaltestellen mit Betonplatten.

Zur Verfügung gestellt

Es kommt nicht alle Tage vor, dass ein Baselbieter Dorf einen neugestalteten Dorfplatz erhält. Reigoldswil winkt nun diese Chance: Der heutige, aus den 1950er Jahren stammende Platz soll schon bald ein neues Gesicht erhalten. Anlass dazu ist, dass der Kanton den Belag seiner Strassen, die den Platz dominieren, nach über 20 Jahren erneuern muss.

Auf diesen Zug, der im November startet, sind mittlerweile auch alle von der örtlichen Elektra über die Swisscom bis zur Gemeinde aufgesprungen, die Leitungen im Boden haben und diese bei der Gelegenheit sanieren wollen. Das verlängert die Bauerei auf voraussichtlich ein Jahr. Das ganze Projekt kostet den Kanton und die beteiligten Werke je etwa eine Million Franken. Doch Einwohner und Besucher dürfte weniger interessieren, was unter dem Boden geht, sondern was sich darüber ändert. Und das ist einiges, obwohl der Handlungsspielraum aufgrund diverser Sachzwänge eingeschränkt ist.

Fussgänger profitieren

Angelo Gatti, der beim Tiefbauamt den Oberbaselbieter Strassenkreis 2 leitet, frohlockt jedenfalls: «Es kommt zu einer Aufwertung des Platzes und er wird deutlich attraktiver als er heute ist.» Das gilt sicher für die Fussgänger: Sie erhalten auf beiden Seiten des Dorfplatzes breitere Trottoirs. Davon kann auch das «Bistro am Dorfplatz» profitieren, das bedeutend mehr Platz zum Herausstuhlen haben wird. Und die ÖV-Nutzer können künftig dank erhöhter Trottoirkanten ohne Niveau-Unterschied in die Busse einsteigen.

Die Busse – der Reigoldswiler Dorfplatz ist Endstation der 70er- und 71er-Linie sowie Haltestelle der 91er-Linie – sind gleichzeitig auch einer der limitierenden Faktoren bei der Neugestaltung: Sie brauchen Platz zum Warten und genügend grosse Kurvenradien um zu wenden. Für den benötigten Warteraum haben die Planer nun auf beiden Seiten des Dorfplatzes den Einbau von Betonplatten vorgesehen, auf denen jeweils zwei Busse gleichzeitig anhalten können. Ein anderer limitierender Faktor ist die Anzahl Parkplätze. Denn das Credo bei der Planung lautete, die bestehende Zahl zumindest zu halten.

All diese Randbedingungen führen zur grössten Änderung am Dorfplatz: Die Mittelinsel wird um einige Meter nach Westen geschoben, das heisst auf die «Denner»-Seite, und wird völlig neu gestaltet.

Die bestehenden Bäume werden gefällt und der eine Brunnen verschwindet. Dafür werden sieben neue Bäume gepflanzt (plus drei ausserhalb der Insel) und auf der nördlichen Inselseite in Richtung Ziefen eine kleine Grünfläche angelegt. Und parkiert wird künftig auf beiden Seiten der Insel schräg. Was auf der Insel dagegen bleibt, ist das – fehlgeplante – Buswartehäuschen, das kaum je genutzt wird, weil es zu weit von den Bushaltestellen entfernt ist. Dort aber müssen die Passagiere weiterhin bei Schnee und Regen ohne Dach auf den Bus warten.

Gewerbe kritisiert Planung

Gemeinderat Fritz Sutter ist zufrieden mit der Planung: «Wir stufen die vorgeschlagene Lösung als sehr guten Kompromiss ein.»

Weniger zufrieden ist das Gewerbe, weil sowohl die Parkplätze vor dem «Denner» wie auch jene vor der Drogerie zugunsten breiterer Trottoirs aufgehoben werden sollen. Hanspeter Zindel, Betreiber des Denner-Satelliten, sagt: «Die heutige Situation mit den Parkplätze direkt vor den Geschäften ist optimal. Wir wurden bei der Planung nicht gefragt und wollen nicht, dass diese Parkplätze verschwinden.» Der Gewerbeverein suche nun mit dem Kanton nochmals das Gespräch, kündet Zindel an. Und er weiss dabei den Gemeinderat im Rücken, der laut Sutter ebenfalls für die Erhaltung der Parkplätze direkt vor den beiden Geschäften eintritt.

Ein Thema wurde bei der Neugestaltung ganz ausgeklammert: Die vor über einem halben Jahrhundert unter den Dorfplatz verbannte Hintere Frenke bleibt wo sie ist. «Das ist möglich, weil es sich um ein reines Instandstellungs-Projekt handelt. Wäre es ein Neubau-Projekt, müsste eine Ausdolung ins Auge gefasst werden «, sagt Gatti dazu.