Fusion beider Basel
Ein Lied ohne Botschaft soll die Jugendlichen politisieren

Die Befürworter eines gemeinsamen Kantons machen musikalisch Dampf: Für die Abstimmung haben sie nun einen Fusionssong, der vor allem die junge Generation mobilisieren soll.

Christian Gentsch
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Der Fusionssong wird im Tonstudio ww6 eingespielt.

Der Fusionssong wird im Tonstudio ww6 eingespielt.

Nicole Nars-Zimmer

Am 28. September findet die Abstimmung zum Gegenvorschlag für die Prüfung der Fusion der beiden Basel statt. Mit der Tour de Bâle, die Ende Juli stattgefunden hat, wollte der «Verein für die Kantonsfusion der beiden Basel» mit einer Wanderung quer durch Baselland und Basel-Stadt kurz vor der Abstimmung nochmals auf ihr Anliegen aufmerksam machen.

Das Jugendkomitee des Vereins «ein Basel» strebt nun mit einem Fusionssong die Mobilisierung von den Jugendlichen an. «Unser härtester Gegner ist nicht Oskar Kämpfer, sondern die Gleichgültigkeit der Stimmbürger. Die Jugendlichen wollen wir durch die Musik auf der emotionalen Ebene abholen», sagt Yves Krebs, Parteisekretär glp BL und OK-Mitglied «Jugend für ein Basel».

Er fügt hinzu, dass die Jugendlichen heute ihr Potenzial als politische Kraft zu wenig ausschöpften, was die tiefe Stimmbeteiligung der jungen Wähler bestätige. Die inhaltlichen Argumente seien wichtig, aber die Jugend müsse man übers Herz ansprechen, um sie für den Gang an die Urne zu gewinnen, führt Krebs aus.

Der Text ist keine Propaganda des Vereins, der die Argumente und Ansichten der politischen Akteure wiedergibt, sondern soll lediglich als ein Instrument dienen, mithilfe dessen man die Jugendlichen zum politischen Anliegen des Vereins führen will. Jedoch ist die fehlende politische Botschaft genau das Problem des Songs, sagte der ehemalige Musical-Star Florian Schneider vor kurzem auf Telebasel.

Schneider singt mit seinem selbst komponierten Rotstab-Lied gegen die Kantons-Fusion an. Er besuchte im Juni mit dem Fernsehsender den Event von «Jugend für ein Basel» im Liestaler Guggenheim, wo der Song zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Schneider findet den Song von der Band The Ringdingbings musikalisch gut, aber politisch zu wenig aussagekräftig.

Junge singen für die Kantonsfusion

Die junge Band The Ringdingbings hat den Song komponiert und gehört zum Kulturkomitee von «Jugend für ein Basel». Die Band besteht aus sechs Studierenden, die sich im Gymnasium Liestal kennen gelernt haben und aus dem tiefsten Oberbaselbiet stammen. «Wir haben den Künstler vollkommene Freiheit in der Komposition des Songs gelassen», meint Yves Krebs auf die Frage, ob die Künstler inhaltliche Vorgaben für den Text hatten. Im Song wird auch nur implizit auf die Differenzen und Gemeinsamkeiten der beiden Basel aufmerksam gemacht.

Soziale Medien als Kanal

Nun wurde «Es isch wie am Birschöpfli» – so heisst der Fusions-Song – am vergangenen Samstag im Frenkendörfer Tonstudio ww6 aufgenommen. Der Aufnahmeraum befindet sich in der umgebauten Garage der Familie Krebs und wurde eigenhändig vom Vater Hanspeter Krebs gebaut.

Für die Produktion des Songs stand den Verantwortlichen ein Budget von 2500 Franken zur Verfügung, das vom «Verein für die Kantonsfusion der beiden Basel» gestemmt wurde. Samira Marti, Co-Präsidentin der Juso BL und Mitglied des Organisationskomitees, ist federführend beim Projekt Fusionssong und meint zum weiteren Verlauf der Kampagne: «Das Jugendkomitee wird mit seiner Kampagne in der gesamten Region präsent sein, aber wir wollen vor allem die sozialen Medien nutzen, um das Musikstück – Es isch wie am Birschöpfli – zu verbreiten und die Jugendlichen zu erreichen.»