Baselland
Ein neuer Online-Kataster gibt Auskunft über die Einschränkungen bei der Grundstücknutzung

Neu findet man viele wichtige Informationen über ein Grundstück online. Mit dem neuen Kataster kann man sich den Ämterlauf sparen. Hier gibt's die wichtigsten Fragen zum neuen Angebot.

Zara Zatti
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Screenshot ÖREB-Kataster BL

Stellen Sie sich vor: Sie wollen ein Haus kaufen und haben ein Objekt gefunden, das Ihnen gefällt. Es steht auch zum Verkauf. Sie beabsichtigen das Haus umzubauen und um ein Stockwerk zu erweitern. Nun wollen Sie nicht die Katze im Sack kaufen und zuerst wissen, ob das überhaupt geht. Um die nötigen Informationen einzuholen machen Sie sich auf einen mühseligen «Ämterlauf» gefasst, der Sie viel Zeit und Nerven kosten wird. Nun können Sie sich freuen: Seit Anfang Jahr findet man zahlreiche Auskünfte über Grundstücke im Baselbiet online: Über den Öreb-Kataster des Kantons. Wir beantworten die fünf wichtigsten Fragen.

Was ist der Öreb-Kataster und für wen ist er von Nutzen?

Ein Grundstück darf nicht einfach beliebig genutzt werden. Es gelten gesetzliche Bestimmungen – sogenannte öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkungen (Öreb). Diese werden oft von verschiedenen Behörden vorgeschrieben. Die Informationen muss man sich also auch von verschiedenen Ämtern abholen. Den Kataster gibt es neu online. Den Gang zum Gemeindehaus kann man sich so sparen. Von Nutzen ist die neue Applikation vor allem für Grundeigentümer, Akteure in der Immobilienbranche oder für die öffentliche Verwaltung.

Wo finde ich die Anwendung und ist sie kostenlos?

Den Kataster findet man über die Homepage des kantonalen Geoportals und steht für alle kostenlos zur Verfügung.

Welche Infos kann ich konkret abrufen?

Zu den wichtigsten Informationen gehört etwa die Bauzone, in die das Grundstück fällt. Diese legt fest, ob das Grundstück überhaupt für Wohnzwecke genutzt werden darf oder wie viele Stockwerke maximal zulässig sind. Auf einen Klick wird deutlich, ob das Grundstück auf einem belasteten Standort liegt, ob sich etwa Schadstoffe im Untergrund befinden. Man sieht, ob das Gebäude in einer archäologischen Schutzzone steht oder ob es in eine Projektierungszone für Nationalstrassen fällt. Ist Letzteres der Fall, dürfen zum Beispiel keine Neu- oder Umbauten vorgenommen werden. Nebst den Informationen zum Grundstück sind auch die dazugehörigen rechtlichen Grundlagen verlinkt.

Was kann ich zum Beispiel über die Hauptstrasse 1 im Dorfkern von Muttenz alles in Erfahrung bringen?

Der Kataster zeigt folgendes: Das Gebäude liegt in der Lärmempfindlichkeitsstufe drei. Je höher die Stufe, desto mehr Lärm ist zulässig. Es handelt sich um eine öffentliche Anlage, knapp ein Viertel des 1218 Quadratmeter grossen Grundstücks ist als Baudenkmal gekennzeichnet.

Was kann man mit dem Kataster noch nicht ausfindig machen?

Das Angebot soll weiter ausgebaut werden. So kann man momentan nur den aktuell gültigen Stand abrufen. Bis 2023 sollen auch geplante Änderungen aufgeführt werden. Insbesondere, wenn sie rechtliche Vorwirkungen mit sich bringen. So kann es zum Beispiel sein, dass an einem Standort eine Flugsicherheitszone geplant ist. Sobald dies der Fall ist, führt das am besagten Ort zum Baustopp. Auch eine Zonenplanänderung, die zwar vom Gemeinderat beschlossen, aber noch nicht vom Regierungsrat genehmigt wurde, soll künftig sichtbar sein.