Pratteln
Ein neuer Tennis-Boom ist nicht in Sicht

Der nationale Tag des Tennis, ein Anlass der heuer zum ersten Mal durchgeführt wurde, zog beim Tennisclub Pratteln nur wenige Interessierte an. Diese zeigten sich von dem Angebot - trotz allem - begeistert.

Yannik Sprecher
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Keystone

«Time to play» - so lautete das Motto des ersten nationalen Tags des Tennis am Samstag. Über 400 Schweizer Klubs - 19 davon aus der Region Basel - öffneten ihre Türen, um Kindern und Erwachsenen einen Einblick in den Tennissport zu geben und sie dafür zu begeistern, nun da der Roger Federer-Boom nachzulassen beginnt und viele Vereine wieder in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Beim Tennisclub Pratteln war allerdings kaum jemand dem Ruf der gelben Filzbälle gefolgt. Lediglich eine Familie war, neben einigen Klubmitgliedern, zu Beginn des Tennistages auf den Plätzen zu finden. «Wir haben fast keine Werbung gemacht», erklärt Gerda Saam, die Präsidentin des Klubs. «Weil wir fast ausgelastet sind und kaum noch neue Mitglieder aufnehmen könnten.»

Werbung für die Tennisschule

Trotzdem wollte der TC Pratteln Interessierten eine Schnupperlektion nicht verwehren und nahm pflichtbewusst am Tag des Tennis teil. Ausserdem sah die Tennisschule von Marco Stöckli und Lukas Jentzer, die mit dem Pratteler Club zusammenarbeiten, eine gute Möglichkeit zur Werbung.

Evelyne Rosset, die mit ihrem Mann und den beiden Kindern beim TCP vorbeischaute, war mit ihrer Probelektion jedenfalls zufrieden. «Das hat mich sehr überzeugt; der Trainer konnte mir trotz weniger Worte sehr gut deutlich machen, was ich anders machen soll. Ich werde nun sicher eine Stunde Tennisunterricht pro Woche nehmen.»

Auch ihr Sohn Simon (8) zeigte sich begeistert: «Tennis gefällt mir besser als Fussball.» Er überlegt sich nun, zugunsten des Tennissports mit dem Fussballspielen aufzuhören. Und auch seiner 4-jährigen Schwester Amaya gefielt «alles!».

Wechsel von den Hallen- auf die Aussenplätze

Im Verlauf des Nachmittags trudelten noch einige weitere Tennisinteressierte beim TC Pratteln ein und auch das Wetter verbesserte sich und erlaubte den Wechsel von Hallen- auf Aussenplätze. «Vereine, die keine Indooranlage haben, hatten heute sicher Probleme», spielte Gerda Saam auf den Regen am frühen Nachmittag an.

Darunter litten wohl vor allem Klubs, die dringend Mitglieder nötig haben und sich vom nationalen Tennis-Event die Chance zu deren Rekrutierung erhofft hatten. Dass der Tennistag auf dasselbe Datum wie die Basler Sportnacht fiel, war sicher ebenfalls keine Hilfe. Die Prattler waren trotzdem zufrieden mit ihrer Teilnahme. «Wir haben es ja auch untereinander lustig», so die TCP-Präsidentin.