Pratteln
Ein Platz zum Toben und Spielen – für Engel und Bengel

Am Donnerstag war Tag der Familie und der Prattler «B-Ängeli-Treff» feierte seinen 15. Geburtstag. Kleinkinder und ihre Eltern können sich dort zum Spielen und Austauschen treffen.

Tobias Gfeller
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Kinder brauchen Platz zum Toben. Deshalb will der «B-Ängeli-Treff» im Prattler Schloss-Schulhaus expandieren. Tobias Gfeller

Kinder brauchen Platz zum Toben. Deshalb will der «B-Ängeli-Treff» im Prattler Schloss-Schulhaus expandieren. Tobias Gfeller

Jamie flitzt gerade mit seinem Feuerwehrauto um den Tisch, Valentin tobt mit seinem weissen Ballon herum, und die erst 18 Monate alte Ceda erkundet neugierig den Raum. 15 Kinder mit ihren Müttern verbrachten am Donnerstag am Tag der Familie den Nachmittag im evangelisch-reformierten Kirchgemeindehaus in Pratteln.

Der «B-Ängeli-Treff», wie die zwei Stunden vielsagend heissen, lädt seit 15 Jahren jeden Donnerstag Kleinkinder mit ihren Eltern zum Spielen, Verweilen und Quatschen ein. «Die Kinder spielen; und wir Mütter können uns unterhalten», erklärt Sibylle Wyss das simple und trotzdem sehr wertvolle Prinzip des «B-Ängeli-Treffs», den sie zusammen mit Ruth Sinnig leitet.

Freundschaften geschlossen

Im «B-Ängeli-Treff» werden seit 15 Jahren Sorgen und Freuden ausgetauscht und langjährige Freundschaften geschlossen. «Als ich vor zweieinhalb Jahren aus Deutschland nach Pratteln kam, kannte ich niemanden. Im ‹B-Ängeli-Treff› lernte ich Menschen kennen, mit denen ich heute Freundschaften pflege», schwärmt Franziska Philipp. Mit ihrem zweijährigen Sohn Emil sei sie praktisch jeden Donnerstag da: «Es ist ein Ort, an dem man wichtige und intensive Kontakte knüpfen kann.» Diese Beziehungen gingen sogar so weit, dass sich die Mütter während der Ferienwochen privat organisieren.

Im Sommer wird der Jörinpark gegenüber zum Tummelplatz des «B-Ängeli-Treff». Gerade bei schlechtem Wetter sei der Raum im Untergeschoss des Kirchgemeindehauses ein idealer Ort, an dem Kinder miteinander und mit neuen Spielsachen den Plausch haben könnten. «Ältere Kinder lernen den Umgang mit jüngeren. Diese wiederum wagen die ersten Kontakte zu den älteren», betont Leiterin Wyss das soziale Geflecht der Kleinsten.

Der «B-Ängeli-Treff» ist seit nunmehr 15 Jahren eine Erfolgsgeschichte. Meistens kommen die Kinder mit ihren Müttern; selten ist der Vater dabei. In den Jahren wechselten sich ähnlich der Kinder, die bis zum Kindergartenalter kommen dürfen, auch die Leiter ab. «Alles geschieht in Freiwilligenarbeit», sagt Anne-Marie Hüper, seit Gründung eine wichtige Stütze des Treffs. Natürlich dürften auch die älteren Geschwister mitspielen.

Finanziell wird der «B-Ängeli-Treff» vom Verein FBZ Familien- und Begegnungszentrum Pratteln getragen. Er übernimmt die Miete im Kirchgemeindehaus. Rund 700 Eltern, Begleitpersonen und natürlich Kinder besuchen den Treff jährlich.

Wie der gestrige Nachmittag eindrücklich zeigte, wird der Raum bei grossem Andrang knapp. Denn die Kinder sitzen nicht wie die Erwachsenen ruhig auf einem Stuhl oder in der Ecke. Dieses Herumtoben braucht Platz. «Es kommt auch mal vor, dass Leute wieder nach Hause gehen, wenn sie sehen, dass der Raum zu voll ist. Das ist sehr schade», sagt Hüper. Deshalb stellen die Verantwortlichen klare Forderungen an den Gemeinderat: «Wir möchten zwei Räume im Erdgeschoss im Schloss-Schulhaus.»

Ein Konzept sei bereits bei der Gemeinde eingereicht. Das Schulhaus wird nach der Sanierung und Einführung von Harmos nicht mehr ausschliesslich für schulische Zwecke benötigt. Die familienbezogenen Fachstellen der Gemeinde könnten dann oberhalb des «B-Ängeli-Treff» im Schulhaus selber Räume beziehen.

Treff wünscht «Haus der Familien»

Der Verein hat schon klare Vorstellungen, wie der neue «B-Ängeli-Treff» aussehen könnte: «In den einen Raum käme ein Bistro, wo sich auch die Erwachsenen in gemütlicher Atmosphäre unterhalten können. Im anderen Raum könnten sich die älteren Kinder austoben.»

Der Treff könnte bei einer entsprechenden Nachfrage auch mehrfach pro Woche stattfinden. Die beiden kindgerecht eingerichteten Räume würden auch anderen Organisationen offen stehen. «Es entstünde dort ein Art Haus der Familien», schwärmt Hüper.

Dass der «B-Ängeli-Treff» sowohl Schweizer wie auch Kinder mit Migrationshintergrund anzieht, sorge für einen wichtigen Integrationsprozess. All diese wichtigen Leistungen sollten von der Gemeinde honoriert werden. In den Aussenquartieren sei in der kürzeren Vergangenheit viel passiert. «Nun ist das Zentrum dran», fordert Hüper.

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