Auszeichnung
Ein Preis für die ewige Grenzgängerin Rita Kohlermann

Rita Kohlermann, die Politikerin, Übersetzerin und Visionärin erhält einen Anerkennungspreis. Darüber freut sich Kohlermann ganz besonders.

Lucas Huber
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Rita Kohlermann machte den Weg für das neue UKBB frei. lhu

Rita Kohlermann machte den Weg für das neue UKBB frei. lhu

«Mein übergeordnetes Ziel war, dass das erste bikantonale Spitalprojekt gelingt. Stellen Sie sich vor, das Projekt UKBB wäre damals abgestürzt.» Nicht auszudenken wäre das gewesen, sagt Rita Kohlermann.

Die Bernerin, 70-jährig, aufgewachsen im Solothurnischen, verbrachte Jahre in London, Paris und Frankfurt am Main, wo sie auch ihren Mann Hansjürg kennenlernte. 1972 siedelte sie nach Therwil über. Bei ihrer Rückkehr aus dem Ausland fielen ihr die engen Grenzen hierzulande auf, das «Gartenhagdenken», wie sie es nennt. Das prägte sie.

Über Grenzen hinweg

«Die Ausstrahlung des UKBB geht weit über die Schweizer Grenzen hinaus.» Da sind sie schon wieder, diese Grenzen, die Rita Kohlermann ein Leben lang zu überwinden versucht hat. Stets von grenzüberschreitenden Themen sei ihre Arbeit geprägt gewesen, sagt sie, die als Ressortleiterin bei der Handelskammer beider Basel für Energie, Umwelt und Life Sciences tätig war.

Daneben war sie Präsidentin der Interparlamentarischen Konferenz der Nordwestschweiz, Vorstandsmitglied des Oberrheinrats und der Nachbarschaftskonferenz. Bis vor zwei Jahren vertrat sie zudem das Baselbiet im RegioTriRhena-Rat. In all diesen Funktionen war das Überwinden von Grenzen von zentraler Bedeutung.

Als sie 2003 das Präsidium des Spitalrats übernahm, wurde das UKBB zur Nummer 1 in Rita Kohlermanns Leben. Und es gab zahlreiche Klippen zu umschiffen. Allein die politischen Hürden waren oft nur schwer zu überwinden. Doch es gelang ihr, und ihre Augen strahlen, wenn sie an den Umzug zurückdenkt: «Das war ein erhebendes Gefühl.»

Durch eine Politik der kleinen Schritte, mit Fingerspitzengefühl und Kenntnis der beiden Kantone habe sie dieses Ziel erreicht, ergänzt die ehemalige Landrätin, die von 1988 bis 2003 im Kantonsparlament sass und sich schon damals mit der gemeinsamen Kindermedizin der beiden Basel auseinandersetzte.

Jetzt freut sich Rita Kohlermann auf mehr Zeit für Privates, mehr Theater und mehr Reisen. Gerade verbrachte sie ein paar Tage im Obervinschgau, Südtirol; nächstens zieht es sie nach Osteuropa: Vor allem Kultur begeistert die Mutter zweier Kinder.

Doch erst einmal wird sie nun gewürdigt für ihr Werk und ihre Hingabe, besonders für das UKBB: Die Vereinigung für eine starke Region Nordwestschweiz zeichnet sie mit dem Anerkennungspreis aus. Darüber freut sich die Preisträgerin ganz besonders.

Es bedeutet nämlich, dass ihr langjähriges Engagement auch wahrgenommen wurde, «und das ist eine schöne Bestätigung».