Waldenburg
Ein privates 1. Augustfeuer sorgt für Unmut

Am 1. August hat jemand Astabfälle verbrannt. Die Behörden verbieten das nicht. Das Lufthygieneamt startete das Lufthygieneamt ein Pilotprojekt, das die Landwirte dazu motivieren soll, ihre Holzabfälle nicht mehr zu verbrennen.

Lucas Huber
Merken
Drucken
Teilen

Der Waldenburger Landwirt T. staunte nicht schlecht, als er am Montagabend drei grosse Feuer auf einem benachbarten Feld lodern sah. Natürlich war Nationalfeiertag, der 720. der Nation, doch um ein klassisches 1.-August-Feuer habe es sich keinesfalls gehandelt: T. sah nämlich nicht Holz, das zu Haufen aufgetürmt worden war und verbrannte, sondern Heu. «Das muss eine ganze Wagenladung voll gewesen sein», sagt T. Und das ist, gemäss Umweltschutz- und Lufthygienegesetz des Kantons Basellandschaft, strikt verboten.

Astabfall statt Heu

Fest davon ausgehend, dass jemand anderes die Polizei verständigen würde, beliess er die Sache vorerst auf sich ruhen. Letzten Endes liess es ihm aber doch keine Ruhe, sodass er das Landwirtschaftliche Zentrum Ebenrain (LZE) in Sissach und das Lufthygieneamt beider Basel in Liestal informierte. Die beiden Ämter arbeiten, was derartige Vergehen betrifft, eng zusammen, versichert Andrea von Känel, Leiter des Lufthygieneamts. Erst wenn die Verfehlung ein bestimmtes Ausmass erreicht, schaltet sich auch das LZE ein. Dann kann es dem Landwirt, der für die Verbrennung verantwortlich ist, sogar an die Direktzahlungen gehen.

Gestern nun schickte das Lufthygieneamt einen Fachmann nach Waldenburg, um den Tatort zu besichtigen. Dieser entdeckte: Verbrannt wurde letztlich nicht Heu – zumindest nicht in einer Menge, dass es zu beanstanden gewesen wäre –, sondern loser Baumschnitt, Astabfall also, der auf landwirtschaftlichen Betrieben anfällt wie Knochen beim Schlachter.

Projekt gegen Verbrennungen

«Natürlich finden wir das nicht toll», kommentiert Andrea von Känel das Geschehene, «aber verbieten können wir es auch nicht.» Für jene, die diese Feuer beobachteten, sei das natürlich ein Ärgernis, selbstredend, so von Känel weiter, allerdings gäbe es Fälle, etwa bei gewissen Schädlingsbefällen, bei denen man gar nicht mehr anders könne, als das Holz zu verbrennen.

Darum startete das Lufthygieneamt gemeinsam mit dem LZE ein Pilotprojekt, das die Landwirte dazu motivieren soll, ihre Holzabfälle nicht mehr zu verbrennen, ja sie gar nicht länger als Abfälle, sondern als Energieträger anzusehen.

Die Behörden denken dabei an eine Verarbeitung für Pellets- oder Schnitzelfeuerungen. Dafür sollen die Landwirte ihren losen Baumschnitt an einem zentralen Ort abgeben können. Bei Bauern, die besonders viel Schnittmaterial haben, sind Abholungen vorgesehen. Das Projekt steckt noch in der Versuchsphase.