BLKB
Eine spezielle Bankkarte hilft Jugendlichen beim Berufseinstieg

Die Basellandschaftliche Kantonalbank sponsert zwei Berufsbildungsprojekte für junge Menschen. Sie überreichte diesen am Freitag einen Betrag von 186 000 Franken. Generiert wurde dieser durch eine spezielle Bankkarte, mit der die Kunden mitspenden können.

Daniel Haller
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Wollen Jugendlichen den Weg in Beruf und Arbeitswelt ebnen: Robert Roth (Job Factory, von links), Daniel Brändlin (Basellandschaftliche Kantonalbank) und Urs Berger (Wirtschaftskammer).

Wollen Jugendlichen den Weg in Beruf und Arbeitswelt ebnen: Robert Roth (Job Factory, von links), Daniel Brändlin (Basellandschaftliche Kantonalbank) und Urs Berger (Wirtschaftskammer).

Nicole Nars-Zimmer

Zwei Organisationen erhielten am Freitag in der Wirtschaftskammer Baselland einen Check (siehe Kasten) der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB). Beide arbeiten mit Jugendlichen, die den Anschluss an die Arbeitswelt nicht reibungslos finden.

Bei den einen passt ihr Entwicklungstempo nicht in den Zeitplan der Schule und sie öffnen den Knopf zu spät. Die anderen hätten es intelligenzmässig zwar drauf, sitzen aber die Schulzeit lustlos ab. Oder das familiäre Umfeld stimmt nicht, um sie auf jene Leistungsfähigkeit zu trimmen, die heute auch von Jugendlichen gefordert wird: «Die Anforderungen in der Arbeitswelt sind stark gestiegen. Berufsanfänger müssen eine höhere Qualifikation und eine grössere Leistungsbereitschaft mitbringen», beobachtet Robert Roth, Präsident der Job Factory Basel AG.

In der Region Basel seien rund 2000 Jugendliche stellenlos, was oft mit Orientierungslosigkeit und mangelndem Selbstbewusstsein einher gehe. Das widerstrebt Roth: «Kein Mensch unter 25 Jahren sollte invalidisiert werden oder in der Sozialhilfe dauerhaft hängen bleiben», ist Roth überzeugt. Die Job Factory führt Jugendliche durch Berufspraktika unter realwirtschaftlichen Bedingungen an die Arbeitswelt heran. Jährlich 300 junge Erwachsene können ein sechsmonatiges Praktikum absolvieren.

Jugendliches Engagement wecken

Dass viele Jugendliche den Einstieg nicht schaffen, beschäftigt auch die BLKB. Geschäftsleitungsmitglied Daniel Brändlin sieht neben den sozialen Problemen in der Ausbildungslosigkeit auch deshalb ein Problem, weil damit Wirtschaft und Gesellschaft ein Potenzial verloren geht.

Nicht zuletzt sind die gestiegenen Anforderungen auch für viele KMU eine Hürde, Lehrstellen anzubieten, zumal für Jugendliche, die etwas mehr Zuwendung benötigen. Deshalb haben sie sich im Jahr 2000 im Lehrbetriebsverbund Baselland und Umgebung unter dem Dach der Wirtschaftskammer zusammengeschlossen. Dieser bietet den Lernenden Unterstützungskurse an, in denen sie ihre schulischen Defizite aufarbeiten können. Zum Angebot gehört auch eine Woche intensive Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung in einem Lager im Tessin.

«Ich möchte ganz klar nicht von ‹schwachen› Jugendlichen sprechen», betonte gestern Urs Berger, Bereichsleiter Berufsbildung der Wirtschaftskammer Baselland. Von den 600 Jugendlichen, welche der Lehrbetriebsverbund bisher unterstützt hat, hätten nur deren 12 die Lehrabschlussprüfung nicht bestanden, 98 hatten nach der Lehre eine Anschlusslösung. «Wenn man Jugendliche gezielt fördert und unterstützt, können sie ein bewundernswertes Engagement an den Tag legen.»

Beide begünstigten Organisationen wollen das Geld einsetzen, um ihre Arbeit in Zukunft auszuweiten.

Jobs for Juniors: Soziale Bankkarte

Die Jobs for Juniors-Karte ist eine Maestro-Karte der BLKB, mit der man am Bankomaten Geld beziehen und in Geschäften bezahlen kann. Eine Zusatzgebühr von 10 Franken jährlich, die der Kunde bezahlt, fliesst in die Ausbildungsprojekte. Zusätzlich steuert die BLKB 0,25 Prozent des mit der Karte erzielten Umsatzes bei. Die so geäufneten Mittel teilt sie fifty-fifty zwischen der Job Factory Basel und dem Lehrbetriebsverbund Baselland und Umgebung auf. Die Jobs for Juniors-Karte wurde im September 2011 lanciert. Im ersten Jahr kamen 157 000 Franken zusammen, im zweiten knapp 186 000 Franken, die am Freitag übergeben wurden. Dies entspricht einer Steigerung um 18 Prozent. (dh)