Einjähriges Berufkraut
Ein invasiver Neophyt wuchert im Baselbiet

Im ganzen Kanton breitet sich derzeit das Einjährige Berufkraut aus, wie mehrere Gemeinden auf ihren Internetseiten mitteilen. Grund ist eine Mitteilung des Amts für Umweltschutz und Energie (AUE), das die Gemeinden auf den invasiven Neophyten, der derzeit blüht, aufmerksam machen will.

Kelly Spielmann
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Das einjährige Berufkraut gleicht Margeriten.

Das einjährige Berufkraut gleicht Margeriten.

bz

«Das Einjährige Berufkraut hat sich in den letzten Jahren extrem ausgebreitet», erklärt Simon Amiet, beim AUE für Neobiota zuständig. Das Kraut sieht Margeriten oder der Kamille ähnlich – viele würden deshalb gar nicht merken, dass sie es mit einem invasiven Gewächs zu tun haben, so Amiet.

Besonders auf ökologisch wertvollen Flächen mit einer hohen Artenvielfalt wie Magerwiesen oder extensiven Landwirtschaftsflächen kann es die angestammte Vegetation verdrängen. Dadurch gehe die Artenvielfalt verloren – und auch die Futterqualität vom Weidegras werde vermindert, da Weidetiere diese Pflanze verschmähen.

Nicht mähen, sondern ausreissen

Amiet rät deshalb: Wer das einjährige Berufkraut entdeckt, soll dieses an der Wurzel ausreissen. Eine Pflanze kann bis zu 50'000 Samen produzieren. «Können sich die Pflanzen auf einer Fläche über mehrere Jahre versamen, bildet sich im Boden ein grosses Samenreservoir und die Bekämpfung wird zu einer langwierigen Aufgabe.» Je schneller man die Pflanzen also entdeckt und beseitigt, desto besser.

Er ergänzt: «Mähen ist die falsche Lösung. Die Pflanzen wachsen sehr schnell nach und bilden bereits nach drei bis vier Wochen neue Blüten.» Pflanzen mit Blüten oder Samenständen müssen unbedingt im Kehricht oder in einer professionelle Kompostieranlage entsorgt werden, da die Samen sonst weiter verschleppt werden können.