Einwohnerrat
Liestal möchte einen Tunnel für die A22

Der Liestaler Stadtrat muss prüfen, ob es nicht eine bessere Variante gibt als den Schleifenberg-Tunnel.

Thomas Immoos
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Die A22 soll unter die Ergolz - das fordert der Liestaler Einwohnerrat.

Die A22 soll unter die Ergolz - das fordert der Liestaler Einwohnerrat.

Nicole Nars-Zimmer

Das Lob für den Interpellanten war im Einwohnerrat gross. Mit einer Interpellation wollte Daniel Schwörer (FDP) vom Stadtrat wissen, ob nicht der Ergolz-Tunnel eine bessere Variante wäre als der geplante Schleifenberg-Tunnel. Der Stadtrat solle sich beim Kanton für die «A22 unter die Ergolz» einsetzen. Stadtrat Daniel Muri (parteilos) sah darin die Möglichkeit, dieses Gebiet zu planen. Der Stadtrat wolle die Ergolz als Lebensraum aufwerten. Man sei daran, «die A22 unter den Boden zu bringen»; allerdings sei die Linienführung derzeit sekundär. In Gesprächen mit den Verantwortlichen der Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) habe man den Ergolz-Tunnel auch schon thematisiert.

Pascale Meschberger (SP) sagte, man warte nun schon seit vierzig Jahren auf eine Lösung. Die Idee des Ergolz-Tunnels sei unkonventionell. «Bestechend» ist der Vorschlag für Stefan Fraefel (Mitte), gar «genial» Hans-Peter Meyer (SVP). Die Variante Ergolz sei besser als die Variante Schleifenberg. Fraefel wie Meyer appellierten an den Stadtrat, Druck bei den Behörden zu machen und auch die eidgenössischen Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus dem Baselbiet für die Lobby-Arbeit einzusetzen.

Schwörer zeigte sich erfreut über die Zustimmung. Was den Zeitrahmen angehe, so sei das Ganze (inklusive Planung) innert 15 Jahren zu realisieren: «Bei der zweiten Gotthardröhre geht es auch nicht länger.» Auch Stadtpräsident Daniel Spinnler (FDP) zeigte Sympathien für den Vorstoss: «Sie gibt uns für die Verhandlungen Rückenwind». Er warnte aber davor, schon jetzt über Varianten zu diskutieren. Wichtig sei, dass man am Ball bleibe.

Diskussionen ums Klimazertifikat

Klimaneutralität bis 2035 in der Liestaler Verwaltung sowie bei Veranstaltungen in Liestal verlangte die Mitte-Fraktion in zwei Vorstössen. Die entsprechenden Reglemente der Stadt seien zu ändern oder neu zu erlassen, dass die Emissionen in Liestal bald keinen CO2 mehr ausstosse. Der Stadtpräsident lehnt beide Motionen ab, da sie eine zu starke Reglementierung vorsehen. Beide Vorstösse waren im Rat sehr umstritten. Peter Küng (SP) zeigte sich «entzückt», dass dieser Vorstoss von der Mitte-Fraktion kommt. Lena Schenker (Grüne) war etwas zurückhaltender, sie plädierte für die Umwandlung in ein Postulat. Für die Grünen sei die Anregung, ein Klimazertifikat zu schaffen, problematisch. Für Thomas Eugster (FDP) ist ein solches Zertifikat «eine Neuauflage des mittelalterlichen Ablasshandels.»

Die erste Motion (Klima-Neutralität in der Verwaltung) wurde knapp – mit 15 Ja- gegen 13 Nein-Stimmen an den Stadtrat überwiesen. In ein Postulat umgewandelt wurde die zweite Motion (Klima-Neutralität für Veranstaltungen), allerdings ebenfalls knapp: 17 Ja, 13 Nein.Zudem genehmigte der Einwohnerrat den Quartierplan Osboplatz – mit einigen Änderungen der BPK – in zweiter Lesung mit zwei Gegenstimmen deutlich.

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