Unfallmahnmal
Elektra Baselland beendet Diskussionen um weisses Velo in Liestal

Wegen Bauarbeiten kommt das «Geisterrad» in Liestal am Dienstag weg.

Andreas Hirsbrunner
Merken
Drucken
Teilen
Das «Geisterrad» in Liestal erinnert an die vor fünf Jahren hier tödlich verunfallte Velofahrerin.

Das «Geisterrad» in Liestal erinnert an die vor fünf Jahren hier tödlich verunfallte Velofahrerin.

Kenneth Nars

Seit etwas mehr als fünf Jahren erinnert ein weisses Velo unmittelbar beim Hallenbad in Liestal an eine an dieser Stelle tödlich verunfallte Velofahrerin. Anwohner wünschen schon seit Längerem, dass dieses Velo wegkommt, weil sie ihrerseits nicht immer an jenen tragischen Unfall erinnert werden wollen. Doch sie stiessen bei der Stadt Liestal mit ihrem Anliegen bis jetzt auf taube Ohren.

Mittlerweile meldete sich die Zwillingsschwester des Unfallopfers bei der bz. Brigitte Siegrist sagt: «Ich will jetzt das Gespräch mit den Anwohnern suchen und die Situation klären. Für mich ist es nicht notwendig, dass das Velo stehen bleibt.» Aufgestellt und an den Kandelaber gekettet habe es auch niemand aus der Familie oder dem Umfeld ihrer Schwester, sondern ein unbekannter Dritter wenige Tage nach dem Unfall.

Ein Mahnmal für mehr Sorgfalt im Verkehr

Die Familie habe am Unfallort lediglich ein paar Kerzen angezündet. Das weisse Velo habe sie jedoch als «ein schönes Zeichen der Betroffenheit» erlebt. Die Familie, Freunde und Bekannte hätten immer wieder Blumen dazu gelegt und Kerzen aufgestellt. Inzwischen gehe sie nur noch sporadisch an der Unfallstelle vorbei, um Kerzen anzuzünden und allfällige verwelkte Blumen sowie Kerzenresten wegzuräumen. Und Siegrist fügt an: «Für uns war das weisse Velo kein Teil der Trauerbewältigung. Aber es war für uns ein wichtiges Zeichen an die Verkehrsteilnehmer im Sinne von .» Also, so Siegrist weiter, eine Art Mahnmal für mehr Sorgfalt im Verkehr. Aber dessen Wirkung gehe mit der Zeit auch verloren.

Manchmal schlägt das Schicksal seltsame Kapriolen: Kaum hatte Siegrist mit der bz geredet, erhielt sie einen Telefonanruf von der Elektra Baselland. Diese teilte ihr mit, dass sie das Velo samt Kandelaber am Dienstag entferne. Das im Zusammenhang mit Bauarbeiten vor Ort für den Wärmeverbund. Spontan kommentiert Siegrist gegenüber der bz: «Das ist doch ein gutes Timing.» Sie werde aber auch in Zukunft ab und zu eine Kerze am Unfallort anzünden.