Sekundarschule
Eltern kämpfen für kurze Schulwege

Die Eltern sind unruhig: Die Sekundarklassen sollen künftig auf ihre Maximalgrösse gebracht werden. Dagegen wehren sie sich mittels einer Petition.

Lucas Huber
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bz Basellandschaftliche Zeitung

Roland Plattner, Generalsekretär von Bildungsdirektor Urs Wüthrich, kann die Bedenken der Einwohner der beiden Frenkentäler nachvollziehen. Diese haben Anfang Dezember eine Petition eingereicht. «Mir gönge i eusem Tal in d Sek», nennt sich die Interessengruppe.

Schon im vergangenen Januar hatte der Landrat beschlossen, die Sekundarschulkreise per Schuljahr 2011/12 von 19 auf sieben zu reduzieren. Sämtliche Standorte werden aber beibehalten. Als Sparmassnahme sollen die heute gültigen maximalen Klassengrössen von 26 Schülern möglichst ausgeschöpft werden. An die 300000 Franken brächte das pro Klasse. Fielen dadurch, wie geschätzt, zehn Klassen weg, sparte der Kanton fast drei Millionen Franken jährlich ein.

Das Problem dabei ist, was die über 5000 Einwohner der beiden Frenkentäler in ihrer Petition monieren. Nämlich, dass ein Sek-Schüler aus Hölstein plötzlich in Reigoldswil zur Schule müsste, wenn die Klassengrössen in Oberdorf bereits ausgeschöpft wären.

Sparen führt zu Abstrichen

«Das ist theoretisch möglich», sagt Roland Plattner. Er verweist aber darauf, dass hierbei stets die Rede von Einzelfällen sei. «Es ist selbstverständlich nicht unser Ziel, den Schülern die weitestmöglichen Schulwege zuzumuten.» Aber die aktuellen finanziellen Rahmenbedingungen, sagt er, ersparten es dem Bildungsbereich nicht, eine Gratwanderung zu machen, die auch die einen oder anderen Abstriche mit sich bringen.

Plattner appelliert an die Eltern, jetzt nicht zu überreagieren. Es stünden vernünftige Menschen hinter den Entscheidungen, die wissen, was sie täten, die selbst schulpflichtige Kinder hätten und nur das Beste wollten. Bildungsdirektor Urs Wüthrich legt Wert darauf, dass nicht ein Sparprogramm, sondern der Auftrag zur Übernahme der Sekundarschulanlagen durch den Kanton Auslöser zur Bildung der sieben Sekundarschulkreise war: «Mit der Weiterführung von 19 Standorten haben sich Regierung und Parlament aber für
eine Lösung entschieden, bei der bildungs- und regionalpolitischen Überlegungen hohes Gewicht beigemessen wurde.»

Klarheit schaffen, Eltern beruhigen

Roland Plattner schliesst nicht aus, dass man eine Lösung finden werde, die für alle passt. Für die einen Schüler wäre es sicher ein Problem, zum Beispiel von Sissach nach Gelterkinden zur Schule zu müssen, sagt er, für andere aber nicht. «Wir setzen darauf, dass es im weiteren Prozessverlauf gelingen wird, Klarheit zu schaffen, um die Eltern beruhigen zu können.»

Das Bildungsdepartement ist derzeit an der Ausarbeitung der neuen Sekundarschulverordnung. Der Inhalt der Petition aus den Frenkentälern werde dabei auf Herz und Nieren geprüft, verspricht er.