Grün ist nicht grün
Empörung im «Föiflibertal»: Kanton hat Grünstreifen nur grün angemalt

Für die Gestaltung des neuen Velowegs zwischen Bubendorf und Ziefen erntet das Baselbieter Tiefbauamt derzeit viel Hohn und Spot. Zu Unrecht.

Benjamin Wieland
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Für einmal ist nicht der Sparhammer Schuld, dass hier weder Gras noch eine Rabatte angepflanzt wurde.

Für einmal ist nicht der Sparhammer Schuld, dass hier weder Gras noch eine Rabatte angepflanzt wurde.

Benjamin Wieland

Zwischen Bubendorf und Ziefen gibt es einen neuen Grünstreifen. Er macht seinem Namen alle Ehre: Er ist grün eingefärbt. Für etliche Velo- und Autofahrer ist es aber nicht das richtige Grün: Sie hätten lieber eine Grasnarbe oder Hecke gesehen statt öder Farbe.

Im «Föiflibertal» hegt man einen Verdacht: Der Kanton habe in seiner Sparwut zum Pinsel gegriffen statt zu Erde und Spaten. Das sei halt günstiger. «Wenn es nicht so traurig wäre», schrieb ein erzürnter Leser der bz, «würde ich darüber lachen.»

Wasser darf nicht versickern

Nicht zum Lachen findet diese Anschuldigungen das Baselbieter Tiefbauamt. Es sei nie ein bepflanzter Streifen geplant gewesen, schreibt der Projektverantwortliche Angelo Gatti. Es dürfe in jenem rund 250 Meter langen Abschnitt eben kein Wasser versickern – er liege in einer Schutzzone. Deshalb habe man sich für einen «Belag mit Abdichtungsschlämme» entschieden, und den gebe es in verschiedenen Farben. «Hätten wir schwarz gewählt», enerviert sich Gatti, «wäre das irgendwem aufgefallen?»

Wohl nicht. Aber es wäre auch niemand auf die Idee gekommen, man habe echtes Schwarz durch falsches ersetzt.