Liestal
Emsemble ApérOHR spielt Kammermusik in der Scheune

Vier bekannte Musiker haben Liestal für exklusive Konzerte erkoren – «ApérOHR» bietet dabei nicht nur klangliche Leckerbissen.

Andrea Mašek
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Toshiko Sakakibara (v.l.), Maurizio Grandinetti, Consuelo Giulianelli und Christoph Bösch.

Toshiko Sakakibara (v.l.), Maurizio Grandinetti, Consuelo Giulianelli und Christoph Bösch.

Elisa Bösch

Sie spielen in aller Welt und bei weltbekannten Formationen. Doch als Ensemble ApérOHR treten die vier Mitglieder nun exklusiv in Liestal auf. Weil sie finden, die vielen kultivierten Liestalerinnen und Liestaler sollen vor Ort Kultur geniessen können. Weil das Stedtli für sie – die sie alle an der Regionalen Musikschule Liestal unterrichten – ein guter Ort für Kammermusik ist. Und weil sie mit der Kulturscheune eine ideale Örtlichkeit gefunden haben.

Den Veranstaltungsort kennen sie von Auftritten oder als Gast. Sie schätzen die Kulturscheune wegen der Nähe zum Publikum: «Wir suchen bewusst den unmittelbaren Zugang zu den Zuhörerinnen und Zuhörern», erklärt Christoph Bösch.

ApérOHR bietet zudem Hand, hinter die Kulissen zu gucken, Fragen zu stellen. Denn wie der Name des Ensembles besagt, gibt es an den Anlässen nebst Köstlichkeiten fürs Ohr jeweils auch einen Apéro. Dort sind Begegnungen mit den Musikern auf Augenhöhe möglich.

Der Anfang ist gelungen

Bei der Auftaktveranstaltung vor ein paar Wochen klappte dies bestens. «Es kam zu sehr herzlichen Begegnungen», blickt Bösch zurück. Am Sonntag, 31. Januar, bietet sich die nächste Gelegenheit: ApérOHR lädt zum «Irish Jahresloch» ein. Mit dabei sind die Irish-Folk-Musiker Brendan Wade, Patric Stocker und Reinhold Möllenbeck. Da die vier Kammermusiker national und international sehr gut vernetzt sind, werden sie noch viele weitere hochkarätige Gäste mehr nach Liestal mitbringen.

Beheimatet sind die vier in Basel. Sie sind beste Freunde, kennen sich schon lange, spielen seit Jahren zusammen und treffen sich regelmässig beruflich, aber auch zu gemeinsamen Essen.

Es ist auch meist am grossen Esstisch bei Christoph Bösch und Toshiko Sakakibara oder bei Maurizio Grandinetti und Consuelo Giulianelli, wo Neues ausgeheckt wird und wo viele weitere Musikgrössen speisen und in Projekte hineingezogen werden. Komponist Jürg Wyttenbach etwa. Oder ein Freund aus Böschs Gymzeit, als beide in derselben Irish-Folk-Rockband spielten.

Immer nur einmal

«Wir möchten Neues auf lockere Art zeigen», beschreibt Bösch das Programm, das aus Konzerten, Performances, Musiktheater oder auch Lesungen bestehen wird. «Es gibt jeweils nur einen Auftritt, exklusiv für Liestal, Format und Inhalt sind angepasst auf die Grösse der Kulturscheune. Diese Einmaligkeit ist auch für uns Musiker toll.» Die Mitglieder des Kammerensembles lernen dabei oft selber für sie Neues: Eine Irish-Folk-Vergangenheit zum Beispiel hat einzig Bösch. «Wir vertrauen uns, haben alle Improvisationserfahrung und kennen uns gut, deshalb funktioniert alles», sagt Bösch.

Geprobt werden kann nämlich oft nicht viel, aufgrund des weltweiten Engagements des Ensembles und seiner Gäste. Auf Ungewöhnliches lässt sich nicht nur das Publikum ein. ApérOHR hat sich in der Kulturscheune eingemietet. Laut Bösch hat Betreiber Werner Leupin sofort eingewilligt. «Wir schätzen an ihm, dass er ein Veranstalter mit Herzblut ist und sich allen Musikstilen öffnet», so Bösch.

Die nächste Veranstaltung: Irish Jahresloch am 31. Januar um 17 Uhr mit «A Pint of Irish Music» – gespielt wird Irish Folk und Beethoven. Tickets via Kulturscheune oder im Poete-Näscht.

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