Muttenz
Enzo Ferraris Automodelle glänzen in Muttenz

Die neue Ausstellung im Pantheon zeigt einen spektakulären Überblick über Enzo Ferraris Automodelle. Es ist dies bereits die neunte Sonderausstellung seit der Eröffnung vor drei Jahren.

Lucas Huber
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Die neue Ausstellung im Pantheon in Muttenz widmet sich den roten Teufeln aus Maranello
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Stephan Musfeld ist begeistert von der neuen Ausstellung.
Auch dieser 599 GTO beeindruckt mit Ästhetik, Glanz und Technik.

Die neue Ausstellung im Pantheon in Muttenz widmet sich den roten Teufeln aus Maranello

Stephan Musfelds Augen glänzen, als er durch die Schönheiten schreitet wie durch ein Spalier aus funkelndem Chrom und Lack. 166 Spider Corsa. 430 Scuderia. 246 Dino GTS Spider. Und ganz am Ende: F2003 GA, 920 PS, Weltmeisterauto von Michael Schuhmacher. Kurzfristig ist dieser noch in die Ferrari-Ausstellung gerutscht, die am Mittwoch ihre Pforten öffnete – direkt aus Maranello, wo Ferrari zu Hause ist.

Pantheon gewann Vertrauen

Mit der Sonderausstellung der Ferraris macht Musfeld, Begründer des Pantheons, das das grösste Oldtimer-Forum der Schweiz ist, einen wichtigen Schritt nach vorne. Es ist die neunte Sonderausstellung seit der Eröffnung des Museums vor drei Jahren. Damals wäre eine derartige Ausstellung unmöglich gewesen, erklärt Musfeld – schlicht, weil das Vertrauen in das noch junge Projekt gefehlt hätte.

Heute hat der Name Pantheon eine gewisse Bekanntheit erlangt, der es ihm erlaubt, gewagte Ausstellungen wie die aktuelle zu wagen. Trotzdem war es für das Kuratorium kein Leichtes, die Besitzer zu überzeugen, ihre Fahrzeuge für ein halbes Jahr in fremde Hände zu geben.

Es war nicht einfach, die Ferraristi zu gewinnen

Wichtigen Anteil am Gelingen hatten Basels Ferrari-Vertreter Niki Hasler und der Ferrari-Historiker Marcel Massini. Beide setzten sich für Musfelds Ambitionen ein, gewannen die Ferraristi, die Besitzer der ausgestellten Boliden, für ihr Vorhaben und präsentieren nun «die mit Abstand interessanteste Ferrari-Ausstellung mit einem einmaligen Überblick historischer Modelle aus den 50er- und 60er-Jahren», wie Marcel Massini schwärmt.

40 Modelle werden in der einstigen Züblinhalle einer breiten Öffentlichkeit noch bis Anfang April zugänglich gemacht. Der Ferrari Enzo mit einer Auflage von 400 Stück und 660 PS oder der 700 PS starke F40 Le Mans: Renn- und Strassenmodelle geben sich die Ehre. Musfeld selbst gehen beinah die Worte aus ob all des Mythos, der Legenden und der Historie in seinem Pantheon. «Fantastisch», fährt ihm über die Lippen, «unglaublich» und «einmalig.»

Einer von 36 250 GTO ebenfalls in Muttenz

Nicht nur sein persönlicher Höhepunkt schliesslich, sondern der Höhepunkt der Ferrari-Gemeinde, ja der Autowelt überhaupt, ist der 250 GTO, Stückzahl: 36. Er ist die Ikone schlechthin, der «personifizierte» Mythos Ferrari – «und das wertvollste Auto überhaupt», ergänzt Musfeld.

Angesprochen auf den Wert eines 250 GTO in Franken, weichen die Ferraristi aus. Unermesslich, heisst es, und hinzu komme schliesslich auch noch der sentimentale Wert, der mit Geld nicht aufzuwiegen sei. Einzig Massini lässt eine Ahnung zu: Kürzlich sei ein 250 Testa Rossa für 16,5 Millionen Dollar versteigert worden, und er fügt bei: «Der 250 GTO kostet erheblich mehr. Er ist der berühmteste und exklusivste Ferrari überhaupt.» Doch was macht ihn aus, den Wert eines Ferraris? Massini verweist auf Stückzahl und Rennerfolge, berühmte Vorbesitzer. Und das alles gibt es bei Ferrari zuhauf.