Regierungsratswahlen
Eric Nussbaumer: «Im April wird es eine Frage der Mobilisierung»

SP-Nationalrat Eric Nussbaumer erhielt zwar am meisten Stimmen, doch nicht genug für das absolute Mehr. Es kommt zum zweiten Wahlgang mit Thomas Weber. Im Interview spricht Nussbaumer über sein Wunschszenario.

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Eric Nussbaumer (SP) bei den Regierungsersatzwahlen

Eric Nussbaumer (SP) bei den Regierungsersatzwahlen

Keystone

Herr Nussbaumer, für Sie ist dieses knappe Resultat doch praktisch eine Niederlage.

Eric Nussbaumer: Ich finde es sehr seltsam, wenn man aus einem Vorsprung nun eine Niederlage machen will. Ich bin schliesslich auf dem ersten Platz.

Aber war die Erwartungshaltung nicht eine andere?

Am Schluss muss man die Resultate beurteilen und nicht die Erwartungshaltung. Bei einer nüchternen Betrachtung war es klar, dass es ein Kopf-an-Kopf-Rennen geben kann. Und so kam es auch. Ich bin aber vorne. Mein Wählerspektrum liegt übrigens bei knapp 40 Prozent, das von Thomas Weber bei über 50. Er hat also eher verloren, während ich substanziell dazugewonnen habe.

Was wäre ihr Wunschszenario für den zweiten Wahlgang: mit oder ohne Gerhard Schafroth?

Das muss Schafroth selber entscheiden. Das ist sein Recht. Ich werde weiter kämpfen, auch am 21. April vorne zu sein. Das ist die Herausforderung der nächsten Wochen. Ich lege nicht meine Strategie aufgrund der Entscheide anderer Kandidaten fest. Ich bin Eric Nussbaumer und gehe mit meinen Fähigkeiten in den zweiten Wahlgang.

Glauben Sie also nicht, dass es für Sie ein Vorteil wäre, wenn Schafroth im Rennen bleiben würde, da er mehr bürgerliche Stimmen holt?

Da kann man ganz grosse Theorien entwickeln, aber letztlich ist es am 21. April eine Mobilisierungsfrage - und die Frage, wofür ich stehe und wofür der Rechtsaussen-Kandidat Thomas Weber. Ich stehe eher für sozialökologische Politik. Das entspricht auch vielen GLP-Wählern. Entscheidend wird sein, wie sich Mittewählerinnen und -wähler entscheiden.

Wie sieht ihr Programm bis zum 21. April aus?

Ein paar Tage gebe ich nun mal nicht Vollgas. Dann nehme ich natürlich auch an der Frühlingssession des Nationalrates teil und werde diesen Auftrag anständig erfüllen. In den letzten vier Wochen wird die Kampagne dann wieder intensiver und darauf bereite ich mich vor. (mn)