Todesfall
Eritreische Asylsuchende nimmt sich in Liestal das Leben

Eine Asylbewerberin aus Eritrea hat am Samstag in der Liestaler Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Suizid begangen. Ihr stand die Ausschaffung nach Italien bevor. Die Verstorbene hinterlässt drei kleine Kinder.

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Der Todesfall ereignete sich in der Liestaler Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. (Symbolbild)

Der Todesfall ereignete sich in der Liestaler Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. (Symbolbild)

Keystone

Eine eritreische Asylsuchende beging am vergangenen Samstag in der Liestaler Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (KPP) Selbstmord. Als Grund vermutet die Baselbieter Sicherheitsdirektion (SID) ihre bevorstehende Ausschaffung nach Italien, gegen die sich die Eritreerin zuvor heftig gewehrt hatte. Die junge Frau hinterlässt drei Kinder im Vorschulalter, die in Pflegefamilien untergebracht sind.

Einweisung bereits im Oktober

Zum genauen Ablauf des Unglücks wollte sich SID-Sprecher Adrian Baumgartner aus Gründen der Pietät nicht äussern. Er bestätigte allerdings, dass die Asylbewerberin bereits im Oktober in medizinisch-psychiatrische Betreuung in Liestal gegeben wurde: Der psychische Zustand der Mutter und ihre heftige Gegenwehr hätten die Baselbieter Behörden davon überzeugt, auf eine Ausweisung nach Italien gemäss dem Dublin-Abkommen zu verzichten.

Die Pflegefamilien sind laut Baumgartner über den Vorfall informiert. Die Kinder, die kein Deutsch sprechen, wissen demnach jedoch noch nichts über den Verbleib ihrer Mutter. Hier steht die SID vor der Herausforderung, eritreische Übersetzer mit der nötigen psychologischen Ausbildung zu finden.

Das Dublin-Abkommen sieht vor, dass Angehörige aus Drittstaaten ausserhalb Europas in denjenigen Dublin-Mitgliedsstaat überstellt werden, wo sie Asylgesuche gestellt haben oder hätten stellen können. (bob)