Schliessung verschoben
Erleichterung in Laufen: Bauinspektorat bleibt vorerst offen

Auf Druck der Laufentaler Politiker gibt die Baselbieter Baudirektorin Sabine Pegoraro dem Bauinspektorat eine Gnadenfrist bis September. Möglich ist sogar, dass es gar nicht geschlossen wird.

Leif Simonsen
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Auf Druck der Laufentaler Politiker gibt die Baselbieter Baudirektorin Sabine Pegoraro dem Bauinspektorat eine Gnadenfrist bis September.

Auf Druck der Laufentaler Politiker gibt die Baselbieter Baudirektorin Sabine Pegoraro dem Bauinspektorat eine Gnadenfrist bis September.

Kenneth Nars

Die Empörung war gross, als die Baselbieter Regierung Anfang Jahr beschloss, das Bauinspektorat in Laufen auf Ende April zu schliessen. Die Laufentaler sahen sich nach der Schliessung ihres Bezirksgerichts und der Bezirksschreiberei ein weiteres Mal bestätigt: Die Anliegen ihres Kantonsteils finden in Liestal kein Gehör.

Nun kommt die Baselbieter Baudirektorin Sabine Pegoraro (FDP) auf diesen Entscheid zurück. Wie Recherchen der bz ergaben, hat sie beschlossen, das Bauinspektorat vorläufig noch bis Ende September weiterzuführen. Dieser Entscheid ist aus Dringlichkeitsgründen bereits getroffen. Über «allfällige sich daran anschliessende Massnahmen» entscheide der Regierungsrat noch im April, heisst es in einem E-Mail, das gestern und vorgestern an die Laufentaler Politiker verschickt wurde.

«Bedeutung unterschätzt»

Wesentlich zu diesem Entscheid beigetragen haben dürfte ein grosses Treffen zwischen Regierung, Verwaltungsangestellten, Laufentaler Landräten und Gemeindepräsidenten, das am 13. März stattfand. Dass die Laufentaler nahezu komplett zur Unterredung mit der Regierungspräsidentin aufkreuzten, sei «schon eine spezielle Situation» gewesen, wie Laufens Stadtpräsident Alexander Imhof sagt. «Vielleicht hat Frau Pegoraro hier realisiert, dass sie die Bedeutung des Bauinspektorats für Laufen und das Laufental unterschätzt hat.»

Dass sich die Regierungsrätin zu diesem Schritt durchgerungen hat, «ist erfreulich und zeigt, dass man auch in Liestal unsere Anliegen ernst nimmt - wenn wir sie denn zum Ausdruck bringen». Auch FDP-Landrat Rolf Richterich zeigte sich gestern in einer ersten Stellungnahme glücklich darüber, dass «dieser unsinnige Schnellschuss rückgängig gemacht werden konnte». Die Mitarbeitenden des Bauinspektorats würden ja sowieso bis September weiterarbeiten.

Hoffen auf dauerhafte Lösung

Am Ziel sind die Laufentaler mit dieser Fristverlängerung freilich nicht. Sie wollen, dass der Kanton von einer Schliessung dieser Aussenstelle ganz absieht. Hoffnung lässt die Aussage Pegoraros aufkeimen, «allfällig daran anschliessende Massnahmen» zu ergreifen. «Die Bedürfnisse der Gemeinden wurden konstruktiv erörtert und werden zurzeit im Regierungsrat analysiert», sagt sie. Das letzte Wort ist also nicht gesprochen. Möglich also, dass Richterichs dringliches Postulat hinfällig wird.

Der Regierungsrätin aus der eigenen Partei hatte der Laufner «nichtssagende Allgemeinplätze» vorgeworfen, als sie im Januar über die Schliessung der Laufner Aussenstelle informierte. Die Leistungen des Bauinspektorats in Liestal zu zentralisieren, lasse eine effizientere und flächendeckendere Arbeitsweise und neue Verarbeitungstechnologien zu, hiess es in der Mitteilung. «Falls durch die neuen Verfahrensabläufe tatsächlich Effizienzgewinne möglich wären, würden sich diese auch bei einer dezentralen Struktur niederschlagen», fand damals Richterich, der sich nach der «grossen Aufregung im Januar» gestern fürs Erste versöhnlich zeigte.

Die dauerhafte Versöhnung zwischen den Parteikollegen Pegoraro und Richterich wird es indes nur geben, wenn die Baudirektorin ganz von der Schliessung des Bauinspektorats absieht. Pegoraro lässt sich nicht in die Karten schauen: Entschieden sei diesbezüglich noch nichts.