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Technischer Defekt führte zu Grossbrand in Laufen – Staatsanwaltschaft eröffnet kein Strafverfahren

Die Baselbieter Polizei hat die Untersuchungen zum verheerenden Brand von letztem Sommer in einem Industriegebiet in Laufen abgeschlossen: Das Forensik-Team kommt zum Schluss, dass ein Akku für die Feuersbrunst verantwortlich war. Strafbare Handlungen wurden keine festgestellt, weshalb keine Anklage erhoben wird.

Dimitri Hofer
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Drei Tage nach dem Brand glich das Industrieareal an der Laufner Wahlenstrasse einem Kriegsgebiet.

Drei Tage nach dem Brand glich das Industrieareal an der Laufner Wahlenstrasse einem Kriegsgebiet.

Bild: Andreas Schwald

Es ist ein Fall, der in der Karriere einer Forensikerin oder eines Forensikers nicht häufig vorkommt: Im vergangenen Juli brannte an der Wahlenstrasse in Laufen ein grosser Teil eines Industriegebietes ab. Etwa ein Drittel aller 85 Mietparteien verlor beim Inferno die Räumlichkeiten. Noch Wochen nach dem Unglück glich das Areal einem Kriegsgebiet.

Nach dem Grossbrand nahm das Forensik-Team der Baselbieter Polizei seine Arbeit auf. Gestern teilte die Staatsanwaltschaft der Kantons Baselland nun mit, zu welchem Resultat die Spezialisten gelangten: Die Expertinnen und Experten seien zum Schluss gekommen,

«dass als Zündquelle eine defekte Zelle eines Lithium-Ionen-Akkus in Frage kommt, der auf einem Elektro-Roller abgelegt war».

Da eine natürliche Brandursache ausgeschlossen werden könne und sich keine Spuren oder Hinweise auf eine Fahrlässigkeit oder eine vorsätzliche Brandlegung finden liessen, stehe die Hypothese einer technischen Brandursache eindeutig im Vordergrund. «Auch die Feststellungen der Brandentdecker und der ersten Einsatzkräfte vor Ort sowie die Ergebnisse aus den polizeilichen Befragungen lassen keinen anderen Schluss zu.»

Bild: Andreas Schwald

Die Untersuchungen der Forensiker in Laufen brachten «keine Verdachtsmomente» hervor, «die auf eine vorsätzliche oder fahrlässige strafbare Handlung oder Unterlassung hätten schliessen lassen». Deshalb eröffnet die Baselbieter Staatsanwaltschaft kein Strafverfahren. Der Bericht des Forensik-Teams stammt bereits vom vergangenen November. «Anschliessend schrieb die Baselbieter Staatsanwaltschaft eine Nichtanhandnahme-Verfügung des Verfahrens», erklärt Michael Lutz, Sprecher der Staatsanwaltschaft, auf Anfrage. «Danach hatten die Parteien die Möglichkeit, Beschwerde gegen die Verfügung zu erheben.» Von diesem Recht habe aber niemand Gebrauch gemacht.

Grösster Schaden in der Geschichte der Gebäudeversicherung

Beim Laufner Grossbrand handelt es sich um einen der schwerwiegendsten Brände in der Region Basel des vergangenen Jahrzehnts. Für die Gebäudeversicherung des Kantons Baselland ist das Unglück beispiellos:

«Es handelt sich um den grössten Schaden in der 187-jährigen Geschichte der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung»,

sagt Mediensprecherin Cristina Aniceto. Wie gross die Schadenssumme letztlich sein wird, kann sie noch nicht sagen. «Das werden wir wohl erst Mitte Jahr wissen. Die Abklärungen sind noch nicht abgeschlossen.» Eines ist aber jetzt schon klar: «Der Schaden wird sich auf mehrere Millionen Franken belaufen.»