Lausen
Ernst Dill: « Der Gemeinderat hat anständig politisiert»

Wer Ernst Dill im Gemeinderat ersetzen wird, ist noch offen. Den Bisherigen räumt Dill gute Chancen ein, ihren Sitz zu behalten. Der Gemeinderat habe in der Vergangenheit anständig und zweckmässig politisiert.

Otto Graf
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Bei der Mehrzweckhalle Stutz soll das neue Fussball-Naturrasenfeld entstehen.

Bei der Mehrzweckhalle Stutz soll das neue Fussball-Naturrasenfeld entstehen.

Nicole Nars-Zimmer

«Ich kann mit einem guten Gefühl zurücktreten. Die Gemeinde hat ihre Hausaufgaben gemacht, auch finanziell», bilanziert Ernst Dill sein 20-jähriges Wirken im Gemeinderat von Lausen, wovon 16 Jahre als Gemeindepräsident. Grössere Hochbauprojekte stehen in absehbarer Zeit nicht an.

Das Verlegen des Bahnhofs um 400 Meter vom Rand des Dorfs ins Zentrum hat das Dorfbild zweifellos am markantesten verändert. Parallel dazu hat die Gemeinde beidseits des Schienenstrangs je einen neuen Bahnhofplatz gebaut und die übrige Infrastruktur den veränderten Begebenheiten angepasst. Lausen, sagt Dill, werde wie bis anhin jährlich um etwa 50 Einwohner wachsen. Das Planungsziel, durch den Zonenplan definiert, liege bei etwa 6000 Personen.

200 neue Wohnungen geplant

Derzeit leben knapp 5000 Seelen im Dorf. Grössere Erschliessungen zeichnen sich in den Gebieten Stutz, wo 200 neue Wohnungen geplant sind, und auf dem zum Teil auf Gemeindegebiet von Lausen liegenden Cheddite-Areal mit etwa 74 Wohneinheiten ab.

Ob das Naturrasenfeld im Gebiet Stutz realisiert wird, entscheidet das Stimmvolk am 11. März an der Urne (siehe Box). Am gleichen Tag wird auch gewählt. Im siebenköpfigen Gemeinderat tritt als Einziger Gemeindepräsident Ernst Dill zurück.

Nebst den Bisherigen Peter Aerni, Marcel Durrer, Peter Gisin und Corinne Schaub (alle Bürgerliche Vereinigung Lausen/BVL) sowie Andreas Schmidt (SP) und der Parteilosen Sibylle Galster steigen neu Simone Steiner (BVL), Felix Hoch und Alexandra Devantier-Janda (beide SP) ins Rennen. Dabei wird die SP versuchen, den letzten Herbst bei einer Nachwahl an Sibylle Galster verlorenen Sitz zurückzuerobern.

Offenes Rennen

Dill räumt den Bisherigen gute Chancen ein, ihren Sitz zu behalten. Der Gemeinderat habe in der Vergangenheit anständig und zweckmässig politisiert und die Interessen der Bevölkerung wahrgenommen. Mit rund 200 Franken pro Kopf weist Lausen eine geringe Verschuldung auf. Der Steuerfuss, während vieler Jahre konstant bei 53 Prozent, musste vor zwei Jahren als Folge des gestrichenen Finanzausgleichs um zwei Prozentpunkte angehoben werden. Wer das Rennen machen werde, sei völlig offen, meint der abtretende Präsident. Er persönlich hofft auf Simone Steiner aus dem bürgerlichen Lager.

In der 15-köpfigen Gemeindekommission, in der niemand freiwillig zurücktritt, treten die Bürgerliche Vereinigung und die SP je mit einer vollen Liste an. Derzeit bekleidet die BVL neun Sitze. Der Gemeindepräsident betont, in den Lausner Behörden spiele die Farbe des Parteibuchs nur eine untergeordnete Rolle.

Das Volk wähle Personen, die für das Dorf etwas leisten wollen. «Wir wollen Probleme mit Sachverstand lösen und keine Parteipolitik betreiben», bringt es Dill auf den Punkt. So figurieren auf der Liste der SP für die Gemeindekommission neun Personen, die nicht Mitglied der SP sind.