Monica Gschwind
«Es war mir ein Anliegen, klar zu machen, wofür ich einstehe»

Monica Gschwind (FDP) hat es neu in die Baselbieter Regierung geschafft und verdrängt damit die SP, deren zwei Kandidaten nicht genug Stimmen holen konnten. Gschwind möchte jedoch die SP nicht übergehen, sondern im Gesetzgebungsprozess einbinden.

Michel Ecklin
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Neu im Regierungsrat: Monica Gschwind. Nicole Nars-Zimmer

Neu im Regierungsrat: Monica Gschwind. Nicole Nars-Zimmer

Nicole Nars-Zimmer niz

Frau Gschwind, Haben Sie Ihre Wahl erwartet, und vor allem: Haben Sie sie in dieser Deutlichkeit erwartet?

Monica Gschwind: Nein, erwartet habe ich einen Erfolg in diesem Ausmass nicht. Aber ich habe erhofft, so ein gutes Resultat zu machen. Umso mehr freue ich mich, dass es jetzt so weit gekommen ist.

Jetzt haben Sie sogar mehr Stimmen auf sich vereint als Ihre freisinnige Parteikollegin, die bisherige Sabine Pegoraro. Wie erklären Sie sich das?

Das müssten Sie eigentlich den Wähler fragen – nicht mich. Ich habe aber während des Wahlkampfs immer sehr positive Rückmeldungen erhalten, sowohl auf Podien mit den anderen Kandidierenden als auch generell in der Bevölkerung. Ich habe immer gespürt: Ich komme bei den Leuten an – man versteht mich. Aber genau erklären kann ich meinen Erfolg nicht. Die Wähler haben sich halt einfach für mich entschieden. Eine Rolle gespielt hat vielleicht auch meine Vergangenheit. Als Gemeindepräsidentin von Hölstein habe ich Exekutiv-Erfahrung, und ich weiss, wie der Landrat und wie die Kommissionen funktionieren.

Sie haben sich im Wahlkampf immer als zukünftige Bildungsdirektorin profiliert. War das ein Vorteil im Wahlkampf?

Vielleicht, ja. Es war mir jedenfalls immer ein Anliegen, klar zu machen, wofür ich einstehe und was ich als Regierungsrätin tun werde.

Die FDP ist jetzt wieder mit zwei Sitzen vertreten, was eigentlich nicht ihrer Wählerstärke im Landrat entspricht. Wenn man sagt, die Freisinningen seien übervertreten – was entgegnen Sie?

Regierungsratswahlen sind Personenwahlen – die Partei steht im Hintergrund.

Mit der SP wird jetzt wohl die zweitstärkste Partei des Kantons im Landrat in die Opposition gehen. Wie angenehm ist es, unter solchen Umständen zu regieren?

Wir müssen die Sozialdemokraten jetzt gut einbinden, vor allem in den Kommissionen. So kann man Vorlagen weiterhin breit abstützen und gut durchbringen.